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Region Galerie Robert Drees zeigt „invited by / part two”
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Galerie Robert Drees lässt Künstler Werke von Kollegen präsentieren

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17:11 27.11.2019
Verletzte Wesen: Gregor Gaida, der von dem kubanischen Künstler Gustavo Diaz Soza (dessen Bilder im Hintergrund zu sehen sind) eingeladen wurde, präsentiert Hundeskulpturen aus Acrylharz. Quelle: Frank Kurzhals
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Hannover

Welche Werke schätzen Künstler – außer ihren eigenen? Diese Frage wird selten gestellt. Mal aus Rücksichtnahme gegenüber der Künstlerin, dem Künstler, denn es geht ja erst einmal um deren Werk und nicht um das der anderen. Meist aber, weil es überhaupt nicht die Möglichkeit gibt, nachfragen zu können. Der Galerist Robert Drees hat aus dieser Frage nach der Wertschätzung ein Ausstellungskonzept entwickelt. Anlass ist sein 25-jähriges Galeriejubiläum in Hannover, das er vor Kurzem feiern konnte.

Und weil Drees über die Zeit einen ansehnlichen Stamm an künstlerischen Positionen in seiner Galerie versammelt hat, und er alle durch ihn vertretenen Künstler fragen wollte, ist dies der bereits zweite Teil einer Schau. Sie trägt den Titel „invitet by//part two“. Ganz schicklich den Gepflogenheiten des Kunstmarktes folgend englisch formuliert. Das soll auch Anspruch der Galerie verdeutlichen, die auch auf großen Messen in Spanien, Österreich oder auch der Schweiz vertreten ist.

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Wer mit wem?

Wer also hat wen eingeladen, will mit welchem Werk paarig auftreten? Es gibt viele Überraschungen. Julia Mangold zum Beispiel hat sich für ihren Vater, den Fotojournalisten Guido Mangold entschieden, der mit dem großformatigen Schwarz-weiß-Abzug einer trauernden Jacqueline Kennedy eine kurz aufblitzende historische Dimension in die Ausstellung trägt. Während das Werk der Tochter mit seiner feinen Präzision und dunklen Ruhe geradezu das Gegenteil einer wenn auch historisch bedeutenden fotografischen Momentaufnahme darstellt.

Trashig geht es bei dem Ehepaar Sabine Dehnel und ihrem Mann, dem Designer Andreas Berlin, zu. Dass sie, die mit Ebenen von malerischer und fotografischer Wahrnehmung spielt, ihren Mann eingeladen hat, ist das nun ein Liebesbeweis? Oder doch nur das Zeichen für eine gute Zusammenarbeit?

Die Ausstellung muss solche Fragen glücklicherweise nicht beantworten, auch wenn sie genau diese Fragen provoziert. Es schon spannend genug zu sehen, wie Andreas Berlin aus alten Vasen postmoderne Beistelltische gestaltet, die auch mit Grenzen spielen, etwa der zwischen langjährigen Gegnern, zwischen freier und angewandter Kunst. Trash-Appeal hat auch das Werk von Torsten Mühlbach, der aus festgetackerten starkfarbigen Plastiktüten großformatige Comics entstehen lässt. Das passt zum aperçuhafter Humor von Venske & Spänle, die ihn eingeladen haben.

Was kommt in Hannover an?

Die Idee des „invited by“, die so neu nicht ist, überzeugt. Es sind in der aktuellen Ausstellung zwanzig Positionen versammelt, die für Drees natürlich auch einen Markttest darstellen. Was kommt in Hannover außerdem, neben den Galeriekünstlern, noch an?

Denn letztlich gilt auch für seine wie für alle Galerien das Prinzip eines einfachen Paarlaufs: Ausstellung und Verkauf. Das scheint in Hannover in den vergangenen 25 Jahren für Robert Drees gut funktioniert zu haben.

„invited by / part two”. Bis 18. Januar in der Galerie Drees, Weidendamm 15.

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Die Galerie Robert Drees 20. Jahre am Weidendamm, 25 Jahre in Hannover.

Von Frank Kurzhals