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Hannover: Capella St. Crucis singt Händels „Israel in Egypt“ bei Herrenhausen Barock

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15:12 24.02.2020
Der Chor übernahm unter der Leitung des Dirigenten Florian Lohmann in diesem Oratorium die Hauptrolle und berührte durch seinen warmen Klang. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Mit diesem Geschenk wäre Händel sehr zufrieden gewesen. Just am 335. Geburtstag des Barockmeisters führte die Capella St. Crucis unter der Leitung von Florian Lohmann Händels Oratorium „Israel in Egypt“ auf. Das Konzert war der Saisonabschluss der Reihe „Herrenhausen Barock“ in der Galerie Herrenhausen in Hannover.

Lohmann hatte sich für die dreiteilige Originalfassung des Werkes entschieden. So hörte man vor der Schilderung des Exodus und dem Lobgesang des Moses zunächst die Klage des Volkes Israel über Josephs Tod. Das Orchester La festa musicale spielte diese teilweise nach innen gewandte Trauermusik mit konzentrierter Spannung und affektreicher Artikulation.

Chor in der Hauptrolle

Der Chor übernahm in diesem Oratorium die Hauptrolle und berührte durch seinen warmen Klang. Geschlossenheit in der Stimmführung, schwebender Pianoklang und klare Textverständlichkeit verbanden sich unter der zugewandten Führung des Dirigenten mit kraftvoller Ausdrucksstärke und dynamisch reich abgestuften Nuancen. Dazu gehörten neben den virtuosen Glanzstücken des Werkes (perlende Chorkoloraturen!) auch anrührend emotionale Momente, wenn die Traversflöten mit pastoraler Melodie den Weg des Volkes Israel in die Freiheit besangen. Hier wurde das Werk zum Symbol der menschlichen Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Alles zeugte von einem durchdachten Konzept, durch das Lohmann Händels Musik mit intensiver Lebendigkeit erfüllte. Und auch das von Anne Harer als Konzertmeisterin geführte Orchester folgte dem mit Temperament und variablen Klangfarben.

Prachtvoller Lobgesang

Diese konzeptionelle Ausgewogenheit stellte sich bei den Solisten nicht immer ein. Aus England und den USA waren Stars der Szene für Alte Musik verpflichtet worden. Joanne Lunn (Sopran), Eric Jurenas (Altus), Zachary Wilder (Tenor), Douglas Williams und Ed Ballard (beide Bass) sangen zwar auf hohem sängerischen Niveau, das aber mit unterschiedlicher emotionaler und stimmlicher Präsenz. Esther Tschimpke (Hannover) als Sechste im Bunde fügte sich mit ihrem gut geschulten Sopran sensibel in das Gesamtgeschehen ein.

Zum Finale, in dem die Vernichtung von „Ross und Reiter“ der Ägypter mit theatralischem Glanz gefeiert wurde, entfesselte Lohmann einen prachtvoll aufbrausenden Lobgesang, der das Konzert mit Pauken und Trompeten zum krönenden Abschluss brachte.

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