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Hannover: So war das Konzert von Dido im Kuppelsaal

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12:24 21.11.2019
Dido im Kuppelsaal in Hannover. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Sechs Menschen befinden sich auf der Bühne des Kuppelsaals, fünf Musiker und Dido. Aber drei davon sieht man nicht so gut: Drummer, Percussionistin und Keyboarder spielen hinter Vorhängen, die nur manchmal, wenn das Licht richtig fällt, durchsichtig sind. Ansonsten wird zu den Songs, die Dido an dem Abend präsentiert, irgendetwas darauf projiziert: Mal sind es Flammen, mal ein neonrosa Schriftzug, mal etwas, das aussieht wie die Visualisierung eines neuronalen Netzes.

Wenn Dido singt, ist wieder Jahrtausendwende: „Here with Me“, als Zugabe „White Flag“ und, selbstverständlich, der durch den Eminems Lied „Stan“ bekannt gewordene Song „Thank You“, alles das sind die Nullerjahre.

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Musik aus der Plastikwelt

Didos große Kunst – und das zeigt der Auftritt im Kuppelsaal – ist es immer noch, Lieder zu singen, an die man sich nicht erinnert, die man aber sofort wiedererkennt. Es ist der unauffällige Soundtrack, der in der quietschbunten Plastikwelt des Y2K-Bugs, des beginnenden Internets, der Dotcom-Blase, der Euroumstellung irgendwie immer im Hintergrund lief, ohne dass man es merkte.

Tatsächlich aber präsentiert Dido auf ihrer aktuellen Tour auch ihr neues Album, „Still On My Mind“ sowie einen Song ihres Nebenprojekts „R Plus“, das sie mit Mitgliedern der – ebenfalls in der Jahrtausendwende verwurzelten – Band Faithless aufgenommen hat, in der wiederum ihr Bruder Rollo Armstrong Mitglied ist. Aber wo der R-Plus-Song „My Boy“ zumindest minimalistisch und mit leicht brachialem Bass und Drums anklingt, ist der Rest des Konzertes wenig überraschend elegisch, atmosphärisch, manchmal, wie bei „Sand in my Shoes“, ermuntert sie das Publikum zum Tanzen.

Fotos vom Konzert der britischen Sängerin Dido in Hannover.

Erste Tour der Sängerin seit 15 Jahren

Die aktuelle Tour ist für die Sängerin die erste seit 15 Jahren, obwohl in der Zwischenzeit sporadisch Alben erschienen sind. „Ich habe dafür keine Entschuldigung“, sagt sie. Außer, dass in der Zwischenzeit ihr Sohn geboren sei, dem sie die Ballade „Have to Stay“ widmet.

Dido und ihre Band präsentieren im Kuppelsaal Lieder aus der Zeit ihrer Nummer-1-Alben und die passende Zeit dazu gleich mit, außerdem Lieder, die ähnlich klingen, gut gelaunt eingerichtet irgendwo zwischen Folk, 2000er-Pop und bunt glänzendem Plastik. Das Publikum macht die Reminiszenz- und Nostalgieshow ebenso gut gelaunt mit, freut sich, als Dido mit dem Satz „Bitte ein Bier“ ihre Deutschkenntnisse ausprobiert und immerhin drei Menschen melden sich, als die Sängerin fragt, wer schon einmal eine Urlaubsaffäre hatte.

Neues Album angekündigt

Und eine Überraschungsnachricht gibt es auch noch: Das nächste Album soll schon bald kommen, obwohl sie eigentlich immer fünf Jahre für eines brauche, meint die Sängern. „Manchmal ist das Leben wie auf den Bus zu warten“, sagt sie dazu, „erst kommt ewig keiner und dann drei auf einmal.“

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