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01:15 18.02.2019
Es diskutieren: Holger Volland, Nathalie Weidenfeld, Nicole Krämer, Tobias Krafft und Ulrich Kühn. Quelle: Nico Herzog für VolkswagenStiftung
Hannover

Das Thema zieht die Zuhörer an. Schon eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn wurden Besucher zurückgeschickt: alle 400 Plätze im großen Hörsaal des Schlosses Herrenhausen waren besetzt. Thema des Abends war „Künstliche Intelligenz“. Es diskutierten die Sozialpsychologin Nicole Krämer, die Kulturwissenschaftlerin Nathalie Weidenfeld, der Informatiker Tobias Krafft und Holger Volland, Autor von „Die kreative Macht der Maschinen“.

Autoren wie Nick Bostrom warnen seit langem vor der Künstlichen Intelligenz. Künstliche Intelligenz könnte die letzte Erfindung sein, die die Menschheit machen würde, alle weiteren Erfindungen wären dann Sache der Künstlichen Intelligenz. Selbstlernende Systeme könnten sich in einer Geschwindigkeit entwickeln, die alles Menschliche schnell hinter sich ließe. Selbst Bill Gates und Elon Musk, Menschen, die ihren Reichtum den Rechnern zu verdanken haben, gehören zu den Warnern.

Im Weder-Noch-Modus

Mit derartigen Befürchtungen beschäftigten sich die Diskutanten kaum. Das vom NDR-Moderator Ulrich Kühn geleitete Gespräch schaukelte gemütlich im Weder-Noch-Modus dahin: Man sollte Künstliche Intelligenz weder verdammen, noch glorifizieren. Als Assistenztechnologie etwa in der Medizin sei Künstliche Intelligenz ganz gut, die Datensammelei privater Konzerne sei aber nicht so gut. Ach ja.

Die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich anbahnen, wenn Maschinen irgendwann klüger sein werden als Menschen, wurden so gut wie gar nicht in den Blick genommen.

„Es wird sehr lange dauern, ein anregendes Gespräch mit Künstlicher Intelligenz zu führen“, sagte Nicole Kämer. Noch sind die meisten ganz sicher, dass es kein Roboter war, der diese Worte der Beschwichtigung gesprochen hat.

Von Ronald Meyer-Arlt