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Hurricane: Das sind die zehn interessantesten Bands des Festivals

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16:13 19.06.2019
Hereingefeiert: Das Hurricane Festival in Scheeßel. Quelle: Sophia Kembowski/dpa
Hannover

Ein Musikfestival von der Größe des Hurricane in Scheeßel ist wie eine bunte Tüte vom Kiosk. Man kann sich durch die 76 Bands treiben lassen, als würde man blind nach Süßigkeiten angeln. Man kann aber auch mit einem musikalischen Schlachtplan anreisen, als würde man die Tüte erstmal auskippen und ihren Inhalt sorgsam sichten und nach persönlichen Vorlieben sortieren. Wann lohnt es sich, vor welcher der vier Bühnen zu stehen, welche Mischung verspricht maximales Vergnügen?

Soll es mehr Pop oder Rock sein, Punk, Hip Hop, Elektro oder Folk? Bands, die noch entdeckt werden wollen, oder Headliner, Helden und Hits? Alles lässt sich ohnehin nie unter einen Hut bringen. Die folgende Liste könnte ebenso gut auch andere Interpreten aus dem Line-Up vorstellen, Die Toten Hosen zum Beispiel, Tame Impala, Mumford & Sons, Macklemore, Annenmaykentereit, Muff Potter, die Foo Fighters, Wolfmother oder Sookee: Sie ist ein möglicher Griff in die bunte Tüte von vielen.

Kein One-Hit-Wonder: Alice Merton

Die 25-Jährige studierte an der Pop-Akademie in Mannheim und gründete 2016 für ihren überraschenden Welthit „No Roots“ ein eigenes Label – sie hatte nicht vor, es bei dem einen zu belassen. Ihr erstes Album, „Mint“, erreichte im Januar 2019 Platz zwei der deutschen Albumcharts: Kraftvolle, mitreißende Popsongs mit Struktur und Seele. (Am Festivalfreitag.)

 

Die Durchstarter: Bilderbuch

Die bereits 2005 von Klosterschülern im österreichischen Kremsmünster gegründete Band fand 2013 durch einen neuen Schlagzeuger den Weg zu ihrem heutigen Sound – und in die deutschsprachigen Feuilletons. Die treibende, verspielte Mischung aus Falco und Prince ist live fast unwiderstehlich, so sperrig die neuen Alben auch sein mögen. (Am Festivalfreitag.)

Leidenschaft und Seele: Abramowicz

Die junge Hamburger Band veröffentlichte vor zwei Monaten ihr zweites Album „The Modern Times“. Im Mittelpunkt ihrer lebendigen Rocksongs stehen die raue Stimme von Sänger Sören Warketin, ein Gespür für gute Geschichten und bei allen Anleihen bei Americana und Indie eine im Rock’n’Roll verhaftete Seele. (Am Festivalsonnabend.)

Der Vorzeigebrite: Frank Turner & The Sleeping Souls

Nach einigen Jahren als Sänger einer Hardcore-Band erfand sich Frank Turner 2005 als Lagerfeuerpunk musikalisch neu. Seine sensiblen Texte und seine explosive Mischung aus Punk, Rock und Pop machten ihn spätestens 2008 zum britischen Springsteen. Vier Jahre später eröffnete er die olympischen Spiele in London. (Am Festivalsonnabend.)

Der leisere Smith: Johnny Marr

Wer an die legendäre britische Band The Smiths denkt, hat oft vor allem den extrovertierten Morrissey vor Augen. Dass Johnny Marr die Band 1982 gemeinsam mit ihm gründete, gerät oft in Vergessenheit. Dabei listete der Rolling Stone Marr auf Rang 51 der 100 besten Gitarristen und gemeinsam mit Morrissey auf Rang 67 der 100 besten Songwriter. (Am Festivalsonnabend.)

Coverpunks: Me First & The Gimme Gimmes

Sie covern am liebsten weithin bekannte Popsongs, mit unbändiger Lust an Show und Theatralik – und sie sind ganz nebenbei eine Supergroup des Punk. Me First & The Gimme Gimmes besteht aus Mitgliedern legendärer anderer Bands wie Lagwagon, NOFX, Bad Religion und den Foo Fighters in wechselnder Besetzung. (Am Festivalsonnabend.)

Liverpool verpflichtet: The Wombats

Die Bandmitglieder lernten sich 2003 in Paul McCartneys Liverpool Institute Of Performing Arts kennen und befinden großzügig: „Die Beatles haben schon auch ein paar gute Songs gehabt.“ Tatsächlich erarbeiteten sich The Wombats schnell einen soliden Ruf als betörende Indie-Gitarrenpop-Sensation. (Am Festivalsonnabend.)

Zwei mal zwei: The Sherlocks

Als die Sherlocks vor zwei Jahren ihr erstes Album veröffentlichten, hatten sie bereits auf großen Festivals gespielt und waren von der BBC international als Newcomer präsentiert worden. Die Band besteht aus zwei Brüderpaaren und vereint krachenden Alternative Rock mit warmen Gesangsmelodien. (Am Festivalsonntag.)

Ruppige Poesie: The Streets

Als Mike Skinner vor 20 Jahren anfing, Hip Hop, Garage House und Dub zu mixen, wurde er schnell zur Sensation: Sein Debütalbum verkaufte sich über eine Million Male, seine aggressiven Live-Auftritte machten ihn berüchtigt. Schon bald darauf begannen die ersten britischen Literaturprofessoren, sich mit Skinners Texten zu befassen. (Am Festivalsonntag.)

The Cure

Seit 1977 schreibt The Cure Musikgeschichte, prägte wie wenige andere Bands die Genres Wave und Gothic. Ein neues Album soll im Herbst erscheinen. Die aktuelle Festivaltour ist aber auch geprägt vom 30-jährigen Jubiläum des Albums „Disintegration“, von dem zweifellos der eine oder andere Song zu hören sein wird. (Am Festivalsonntag.)

Das ist das Festival

Das Hurricane Festival findet vom 21. bis 23. Juni bereits zum 23. Mal rund um den Eichenring in Scheeßel statt. An drei Tagen spielen auf vier Bühnen insgesamt 76 Bands, die Veranstalter rechnen mit etwa 65.000 Besuchern. Diesen steht auf 172 Hektar Zelt- und Parkplätzen unter anderem ein kompletter Festival-Supermarkt zur Verfügung, den auftretenden Musikern insgesamt 3200 Quadratmeter Bühnenfläche – plus 320 Quadratmeter Videodisplays. Die Veranstalter setzen zunehmend auf Umweltbewusstsein, verzichten auf Einwegplastik-Produkte, trennen so viel Müll wie möglich und bieten ihren Besuchern die kostenlose An- und Abreise mit dem Metronom ab Hamburg, Bremen, Göttingen und Hannover. Festivaltickets für etwa 200 Euro und Tagestickets für jeweils etwa 100 Euro sind in den HAZ-Ticketshops erhältlich.

 

Von Thomas Kaestle

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