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Jazz Club: Nils Wogram und Nostalgia bieten Aufregendes

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15:08 18.10.2019
Teamplayer: Nils Wogram (von rechts), Dejan Terzic und Arno Krijger im Jazz-Club. Quelle: Navid Bookani
Hannover

Es geht um Superfood. Und um reiche Menschen mit schlechter Laune. Aber auch um „Soft Power“ – ein Begriff, so erklärt es Nils Wogram, der eine Art sanfte Kriegsführung umreißt. Und es geht natürlich um „Sachen, die wir gerne hören“. Wir: Das ist das Trio des Albert-Mangelsdorff-Preisträgers Wogram, das sich ein wenig kokett Nostalgia nennt. „Things We Like To Hear“ heißt ihr neues Album. Dieses hat das Trio des aus Braunschweig stammenden und mittlerweile in Zürich lebenden Posaunisten Wogram nun im Jazz Club vorgestellt.

Viele Noten, wenig Noten

Es ist ein Programm, das musikalisch mindestens so interessant und aufregend klingt wie die Titel der Kompositionen Wograms. Und das sich die Freiheit nimmt, mit Assoziationen, Klischees und Traditionen zu spielen. Ist es nicht der Reiz und der Wagemut des Jazz, sich in alle Richtungen zu bewegen? Warum nicht auch mal nach hinten? Und dann wieder nach vorne? Und das dann auch noch mit einem antik anmutenden Medium wie dem Orgel-Jazz-Trio. Hier ist alles möglich: Romantik und Bilderstürmerei. Viele Noten, wenig Noten. Einfache Strukturen, verschachtelte Tonsätze. Reggae und New Orleans Jazz. Form und Freiheit. Spontanität und Disziplin. Yin und auch mal Yang.

Wogram, Schlagzeuger Dejan Terzic und der Hammond-B-3-Orgel-Spezialist Arno Krijger ziehen dabei gemeinsam an einem Strang. Der jazztypische Hahnenkampf der Solisten bleibt hier aus. Selbst ein kakophonisches wie irrwitziges, sich in Auf- und Abwärtsstrudeln bewegendes Klangmonster wie „Rich People In A Bad Mood“ findet immer wieder zu rasanten, logisch erscheinenden Schlüssen. Alle drei Musiker ordnen sich mannschaftsdienlich dem großen Ziel unter, ein stimmiges Klangbild zu schaffen.

Kompliziertes einfach

Das große Kunststück von Nostalgia ist es, Kompliziertes einfach und transparent klingen zu lassen. Trotz der ungeraden Metren wippen viele im Publikum mit ihren Füßen mit. Es ist ein von allen drei Musikern getragenes Wechselspiel zwischen Wohlklang und Aufbruchsdenken, Spontanität und Präzision.

Es ist einfach Musik, die wir gerne hören. Wir: Das sind wohl alle an diesem Abend im Jazz Club Anwesenden.

Bei der Jazzwoche Hannover gastiert am heutigen Sonnabend ab 20 Uhr das Quartett C.A.R. in den Räumen des geplanten House of Music in der Gerhardtstraße 3. Am Sonntag treten Annette Krebs und Steffi Weismann zusammen mit dem Tonhallenorchester ab 18 Uhr im Kino im Sprengel, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, auf.

Von Bernd Schwope

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