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Region So war die Premiere von Zad Moultakas Kinderoper „Hamed und Sherifa“
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Junge Oper: Kritik zu Zad Moultakas Kinderoper „Hamed und Sherifa“ am Ballhof Eins

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17:53 27.09.2019
Szene aus „König Hamed und Prinzessin Sherifa“ an der Jungen Oper Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Theater für Kinder muss Inhalte altersgemäß vereinfachen, ohne sie dabei zu verfälschen oder nur schwarz-weiß darzustellen. In der Oper ist das noch komplizierter, da klassische Musik den meisten Kindern unvertraut ist. Andererseits hat man den Vorteil, kaum auf Vorurteile bei seiner Hörerschaft zu stoßen. Bei der Premiere von Zad Moultakas Kinderkammeroper „König Hamed und Prinzessin Sherifa“ am Ballhof Eins konnte man all dies beobachten.

Verwirrende Gefühle

Das Stück basiert auf einem Märchen aus dem Nahen Osten: König Hamed verbannt, nachdem er eine unglückliche Liebe erleben musste, sämtliche Frauen aus seinem Reich – nur seine Mutter darf bleiben. Prinzessin Sherifa möchte diesen herzlosen Despoten kennenlernen, weshalb sie als Mann verkleidet sein Reich besucht. Erstaunlicherweise versteht sie sich gut mit ihm und findet in ihm einen freundlichen, unsicheren jungen Herrscher, der versucht, die Welt zu ordnen und „richtige“ Entscheidungen zu treffen. Hamed hingegen entwickelt Gefühle für den Prinzen, die ihn verwirren.

Nichts ist also wie es zu sein scheint und wie es sein sollte. Das Individuum und seine Persönlichkeit sind wichtig, sonst nichts.

Interessante Mischung

Komponist Moultaka begnügt sich mit einem Kleinstensemble, bestehend aus drei Darstellern, sowie Oboe, Fagott, Kontrabass und zwei Schlagzeugern. Seine Tonsprache ist eine interessante Mischung aus der klassischen Moderne und volkstümlicher arabischer Musik. Sie unterstützt die Handlung emotional und illustrativ, die kleinen Anspielungen auf Mozart und Bach dürften aber nur die musikalisch Vorgebildeten verstehen. Tobias Hechler, Aljoscha Lennert und Darwin Prakash füllen ihre Partien stimmlich und darstellerisch souverän mit Leben.

Regie (Rahel Thiel), Bühnenbild und Kostüme (Elisabeth Vogetseder) spielen sich nie in den Vordergrund. Sie bleiben aufs Wesentliche konzentriert, arbeiten mit wenigen, plastischen Mitteln. Cameron Burns leitet die Aufführung im besten Sinne des Wortes unauffällig.

Familienvorstellungen gibt es am Sonntag, 29. September, und am Sonntag, 27. Oktober, jeweils um 16 Uhr.

Von Michael Meyer-Frerichs

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