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01:15 29.04.2019
Das neue Team: Operndramaturgin Regine Palmai (von links), Laura Berman, Marco Goecke, Sonja Anders und Schauspieldramaturgin Nora Khuon. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das fängt ja gut an. Seit’ an Seit’ präsentieren Laura Berman und Sonja Anders, die neuen Intendantinnen von Oper und Schauspiel in Hannover, ihren neuen Spielplan. Ein paar Paukenschläge sind dabei: „La Juive“, eine etwas in Vergessenheit geratene Monumentaloper von Fromental Halévy und auch der weibliche „Platonow“, die „Platonowa“ im Schauspielhaus. Beide Häuser zusammen planen ein Projekt, das ist neu und vielversprechend. Dass sich die beiden Theaterleiterinnen für die erste gemeinsame Produktion die Uraufführung von „Der Mordfall Halit Yozgat“ vorgenommen haben, zeigt, wie zeitgenössisch beide Häuser arbeiten wollen: In der Oper von Ben Frost geht es um das neunte und letzte Todesopfer der Mordserie, die durch die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund verübt wurde.

Aber wichtiger noch als die Paukenschläge des Anfangs sind die strukturellen Veränderungen, die die Intendantinnen vorgenommen haben. Die Ensembles sind bunter geworden, und im Schauspielhaus sind jetzt alle Stellen paritätisch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt. Außerdem will man sich noch stärker um die Öffnung der Häuser bemühen als es die Intendanten Michael Klügl in der Oper und Lars-Ole Walburg im Schauspielhaus zuvor schon getan haben.

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Gespannt und voller Neugier erwartet das Publikum den Start der beiden neuen Intendantinnen in Hannover. Man kann ihnen nur die Daumen drücken, dass der Schwung des Anfangs sie weit tragen möge.

Von Ronald Meyer-Arlt