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Komponist Siegfried Strohbach stirbt im Alter von 90 Jahren

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18:20 16.07.2019
Ein Universalmusiker: Siegfried Strohbach (1929–2019). Quelle: Herbert Rogge
Hannover

Der Komponist, Dirigent und Pianist Siegfried Strohbach ist tot. Er starb bereits am 11. Juli im Alter von 90 Jahren in Hannover.

Geboren 1929 in Schirgiswalde in der Oberlausitz wurde er 1939 Internatsschüler am Musischen Gymnasium in Frankfurt, wo unter anderem der Komponist (und spätere Thomaskantor) Kurt Thomas sein Lehrer wurde. Zu seinen Mitschülern gehörten dort drei Personen, die nach dem Krieg das hannoversche Musikleben entscheidend prägen sollten: der Komponist Alfred Koerppen, Heinz Henning, der Gründer des Knabenchores, und der erste Präsident der Musikhochschule Richard Jakoby.

Auch Strohbach, der 1949 nach Hannover zog, spielte bald eine zentrale Rolle in der aufblühenden Chorszene der Stadt. Er gründete gleich mehrere Ensembles, vor allem mit dem Collegium Cantorum gab er viel beachtete Konzerte, die auch vom Rundfunk übertragen wurden. Der Musiker war zudem bald mit Kompositionen und Arrangements erfolgreich, die bis heute zum Repertoire vieler Chöre gehören.

Strohbach schrieb Lieder und großformatige Werke wie etwa eine Johannes-Passion sowie Kantaten und Psalm-Vertonungen, die beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel erschienen. Erst 2013 hat der Knabenchor Hannover eine CD mit seinen Advents- und Weihnachtsliedern aufgenommen. Auch der Mädchenchor, den Strohbach als Pianist auf vielen Konzertreisen begleitete, hat seine Stücke immer wieder im Konzert gesungen.

Jörg Breiding, der Leiter des Knabenchores, sagte, Strohbach habe das Wirken seines Ensembles jahrzehntelang begleitet und bereichert. Man verliere einen bemerkenswerten Komponisten, Dirigenten, Musikprofessor – und einen treuen Freund. „Wir verneigen und in Dankbarkeit vor seinem Schaffen und Wirken“, sagte Breiding. Auch die ehemalige Mädchenchorleiterin Gudrun Schröfel, die eng mit dem Komponisten befreundet war, trauert um Strohbach.

Besonders produktiv war der Komponist neben seiner Tätigkeit für Chöre auch in einem anderen Bereich: Strohbach, der Anfang der Fünfzigerjahre für kurze Zeit Kapellmeister am Staatsschauspiel war, hat mehr als 40 Schauspielmusiken geschrieben. Als Dirigent trat er außerdem an der Landesbühne hervor, sowie als Leiter von Händel-Aufführungen in Herrenhausen.

Die zentrale Rolle in seinem Leben aber spielte die Lehrtätigkeit. 1966 kam er als Dozent für Tonsatz an die Musikhochschule, an der er von 1973 bis 1994 als Professor lehrte und Generationen von hannoverschen Musikern prägte.

Von Stefan Arndt

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