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Region Boris Brovtsyn und Ivan Repusic in der Staatsoper
Nachrichten Kultur Region Boris Brovtsyn und Ivan Repusic in der Staatsoper
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10:29 25.02.2019
Eigenwilliger Geiger: Boris Brovtsyn. Quelle: Mikhail Krutman
Hannover

 Eigentlich will er nicht mehr spielen, aber dann gibt der russische Geiger Boris Brovtsyn doch noch dem beharrlich begeisterten Beifall in der voll besetzten Staatsoper nach und gibt eine Zugabe. So kann man an einem kurzen Satz aus Bachs d-Moll-Solosonate noch einmal in Konzentration erfahren, was für ein eigenwilliger Geiger Brovtsyn ist. Er findet stark zugespitzte Phrasierungen und fast blendend helle Klangfarben, die das oft zu hörende Stück in ungewohntes Licht setzen, ohne dass es bemüht oder gar skurril wirkt.

Brillante Holzbläser

Ein solcher Individualist ist nicht leicht zu begleiten – hin und wieder gibt es auch in Sergei Prokofjews zweitem Violinkonzert kleine Abstimmungsprobleme zwischen Brovtsyn und Ivan Repusic, der den Russen im vierten Sinfoniekonzert des Staatsorchesters als Solisten präsentiert. Vor allem aber entstehen aus dieser Spannung immer wieder faszinierende Momente. Die oft etwas rabiate Motorik der Musik fügt sich dann etwa wie ein feinmechanischer Mechanismus, der Bewegungen auch in überraschende Richtungen leiten kann. Und im zweiten Satz mit seiner utopischen Harmonik ist zwischen den Noten sogar so etwas wie Glück zu erspüren. Kein Wunder also, dass die Zuhörer Brovtsyn nicht ohne Zugabe entlassen wollen.

Das Orchester zeigt sich schon in den unterhaltsamen Miniaturen aus der ersten Ballettsuite von Dimitri Schostakowitsch gut in Form und kann diesen Eindruck in Béla Bartóks „Konzert für Orchester“ noch verstärken. Vor wenigen Wochen hat Christoph Eschenbach das Stück bei einem eindrucksvollen Konzert der Radiophilharmonie dirigiert – in der Staatsoper fällt man nun kaum dahinter zurück. Das liegt nicht nur daran, dass der Saal etwas mehr Lautstärke verträgt als das Funkhaus. Repusic sorgt für eine sehr dramatische Interpretation, die doch jederzeit die raffinierte Konstruktion eines Werkes offenlegt, in dem Kontrapunktik und Knalleffekte unwiderstehliche Verbindungen eingehen können. Und im Orchester tönen vor allem die Holzbläser so brillant, dass der Abend keine Wünsche offen lässt.

Klarinettistin Sharon Kam ist Solistin beim nächsten Sinfoniekonzert in der Oper am 17. und 18. März. Alexander Soddy dirigiert dann Werke von Mendelssohn, Weber und Elgar.

Von Stefan Arndt

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