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10:45 10.03.2019
„Die Feisten“, Mathias Zeh (links) und Rainer Schacht (rechts), im Pavillon. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Die großen Dramen blieben aus, wenn die Feisten musizieren. Schon im Begrüßungslied des Konzertes der Feisten im ausverkauften großen Saal des Pavillon greifen die Stimmen von Mathias Zeh und Rainer Schacht harmonisch ineinander und es werden erst einmal die Fans von Ganz Schön Feist, der dreiköpfigen Vorgängerband des Duos, gegrüßt.

Überhaupt geht es viel um Harmonien bei dem Auftritt der beiden, die seit der Auflösung der Vorgängertruppe 2013 – nach 25 Jahren - als Duo unterwegs sind. Da sind einmal die Harmonien des Satzgesangs, bei dem meist Schacht mit zweiter Stimme im Bass die markante, recht hohe und zierliche Stimme Zehs begleitet. Da sind die Harmonien der Stimmen und der Instrumente, die hauptsächlich Schacht spielt – Cajons und ein wenig andere Percussion, hauptsächlich aber eine Auswahl akustischer Saiteninstrumente von der Gitarre über Guitalelen bis hin zu einer Saz, die im Song „Dönerrevolution“ zum Einsatz kommt. Und dann sind da die Harmonien, um die es in den Liedern geht. Denn Die Feisten machen Wohlfülllieder – nicht unbedingt mit Happy End, aber immer mit auflösender Pointe am Ende.

In „Mit Minibar“ geht es um einen Single-Urlaub, der zunächst miss- und dann gelingt. In „Komm bitte nicht“ geht es um Schönwetterfreundschaft. In „Enten haben keine Ohren“, um, nun, ja die Ohren von Enten. In „Junggesellenabschied mit über 50“, dem einzigen Song, der Bezug auf das Motto des Abends – Junggesellenabschied – nimmt, geht es ums Wohlfühlen im Alter.

Mit Material von Ganz Schön Feist

Viel des gezeigten Materials von Die Feisten stammt aus dem Repertoire von Ganz Schön Feist, wobei eigenes, neueres Material wie der „Nussschüsselblues“ und das wortspielgewaltige „Flamingo Dolores“ dem alten an Witz fast noch überlegen ist. Denn was die Texte, überhaupt den Auftritt ausmacht, ist hauptsächlich der Wortwitz – eigenartige, oft sehr dreckige Reime, treffen auf interessant zusammengeschraubte Wortklänge und -rhythmen. Dazwischen erzählen Schacht und Zeh mäandernde Geschichten, zu „Junggesellenabschied mit über 50“ gibt es die Vermutung, dass Gerhard Schröder vielleicht so oft heiratet, weil er so gerne Junggesellenabschied feiert. Zu „Komm bitte nicht“ erzählt Schacht: „Was wir schon alles geteilt haben, Hotelbetten, Unterhosen, Zahnseide. Wir sind wie ein altes Ehepaar, nur in lustig.“

Immer wohlwollend

Es sind harmlose und handzahme Witze, mit denen Die Feisten die 1200 Menschen im Publikum unterhalten – aber es sind auch sehr leise, fast zarte Witze, immer wohlwollend, immer charmant. Und dabei immer immer mit der wie Zahnräder ineinander gesetzten Präzision gezeigt, die A-capella-Gesang erfordert. Bei den Feisten gibt es nicht das große Drama, es wird nicht laut, es wird nicht schrill, nicht brüllend. Das beherrschen Die Feisten nicht. Dafür aber das kleine Spiel, das nichts will als Spiel zu sein.

Von Jan Fischer

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