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Konzert: Die Kantorei Herrenhausen singt Brahms und Puccini

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17:00 30.09.2019
Das Kammerorchester Hannover und die Kantorei Herrenhausen beim Konzert in Herrenhausen. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Gegensätzlicher kann man sich ein Konzertprogramm kaum vorstellen: Martin Ehlbeck und die Herrenhäuser Kantorei haben neben das tiefsinnig-grüblerische „Schicksalslied“ von Johannes Brahms die von italienischer Lebensfreude durchdrungene „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini gesetzt. Und die Kombination hat wunderbar funktioniert.

Brahms vertont „Hyperions Schicksalslied“ von Friedrich Hölderlin, das den Gegensatz zwischen der seligen Götterwelt und dem harten Dasein der Menschen schildert. Die zeitliche Nähe zum weitaus berühmteren Deutschen Requiem ist nicht zu überhören. Brahms’ sehr persönliche und den Text erweiternde Deutung manifestiert sich im rein orchestralen Adagio-Ausklang, der den Beginn wieder aufnimmt und damit die Endgültigkeit des menschlichen Schicksals infrage stellt. Er lässt die Hoffnung auf ein besseres Leben aufscheinen.

Spaß am Jugendwerk

Giacomo Puccinis „Messa di Gloria“ ist ein anders gelagertes Werk. Puccini ist bei der Komposition gerade einmal 21 Jahre alt. Seine Vorbilder, ganz besonders Giuseppe Verdi, sind nirgendwo zu überhören. Und ebenso ist nicht zu überhören, wohin sein Weg einmal gehen wird: auf die Opernbühne. Die Melodien sind betörend schön, die orchestralen Effekte sind kräftig, manchmal aber auch ein wenig vordergründig. Etwas unausgewogen wirkt dieses Jugendwerk an einigen Stellen schon, aber es macht Spaß, dieses eher selten gespielte Werk zu hören.

Die Herrenhäuser Kantorei bewältigt das anstrengende Programm großartig. Alle Stimmen sind durchgehend präsent, die dynamische Bandbreite ist groß und die Intonation auf hohem Niveau. Ganz besonders überzeugend gelingt den Sängerinnen und Sängern die Innigkeit und gleißende Schönheit der langsamen Teile im „Schicksalslied“. Bewundern muss man aber auch, mit welcher stimmlichen Qualität der Chor dieses Programm durchhielt, in dem er, abgesehen von wenigen kurzen Solopassagen, durchgehend zu singen hatte.

Die richtige Wahl

Goetz Phillip Körner (Tenor) und Frido Henken (Bariton) sind stimmlich die richtige Wahl für dieses Programm. Sie haben die nötige Strahlkraft und das Melos, um den Anforderungen des Belcanto in der Messe gerecht zu werden. Das Kammerorchester Hannover begleitete aufmerksam und immer bemüht, dem Dirigat zu folgen. Dies gelang weitgehend gut. Manchmal war aber doch zu hören, dass da kein seit Jahren eingespieltes Ensemble saß. Das Publikum bedankte sich bei den Ausführenden mit ausgiebigem Applaus und Bravo-Rufen.

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