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14:45 22.02.2019
Emanuel Ax beim Konzert im Funkhaus. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Der kanadische Pianist Emanuel Ax gehört seit Jahrzehnten zu den größten seines Fachs. Bei seinem Auftritt im hannoverschen Funkhaus – bereits dem zweiten nach seinem Debüt 2016 – war nun zu erleben, dass der 69-Jährige längst noch nicht zum alten Eisen gehört. In Strawinskys selten gespielten „Capriccio für Klavier und Orchester“, das der Komponist sich 1926 für eigene Auftritte als Solist in die Finger geschrieben hat, bewies Ax ungebrochene Neugier und Bescheidenheit: Die Klavierstimme ist eng mit dem Orchesterpart verwebt – wer sich mit diesem Stück präsentiert, präsentiert sich vor allem als Teamplayer. Auf Ax, der NDR Radiophilharmonie und ihrem Dirigenten Andrew Manze jederzeit sehr zugewandt ist, trifft das besonders zu.

Brahms als Gipfel

Souverän bewältigte der Pianist auch seinen zweiten Soloauftritt mit dem empfindlichen D-Dur-Konzert von Joseph Haydn. Der warme Klang und die Freude, mit der Ax die melodischen Feinheiten und rhythmischen Finessen auskostet, weisen ihn als erfahrenden Musiker aus, der niemanden seine Brillanz beweisen muss. Das gilt auch für das zugegebene Chopin-Nocturne, das Ax wie im Abendrot leuchten lässt.

Beide Klavierkonzerte wirken im Rückblick aber nur wie ein Vorspiel gegen eine klangmächtige Version der ersten Sinfonie von Johannes Brahms, in die der Abend gipfelt. Unter Leitung von Andrew Manze scheint die Radiophilharmonie hier einen neuen Klang gefunden zu haben: fülliger und drängender, als man es in anderen, weniger romantischen Werken hört. Manze feuert die Streicher zu maximal gedehnten Phrasierungen an, die die thematischen Partikel des Werkes zu gewaltigen Bögen schweißt. Die Wendepunkte etwa durch das schöne Oboensolo im ersten oder den Posauneneinsatz im letzten Satz kommen so umso eindringlicher zur Wirkung. Begeisterter Applaus.

Am 7. und 8. März dirigiert John Storgårds im Funkhaus Werke von Sibelius, Weinberg und Tschaikowsky, Solist ist der Geiger Tobias Feldmann.

Von Stefan Arndt

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