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00:16 26.03.2019
Kool Savas in der Swiss Life Hall. Quelle: lorian Petrow
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Hannover

Ach, diese Pose. Gleich zu Anfang schon. Da steht er, Kool Savas, vor der Kulisse einer gigantischen beleuchteten Boombox. „Essah ist zurück“ proklamiert er, und gleich danach „Ich bin Batman“. Die beiden Eröffnungstracks des Konzertes in der Swiss Life Hall sind dem aktuellen Album „KKS“ entnommen. In beiden geht es darum, dass Savas der beste Rapper überhaupt ist. Alles beim Alten, also, auch 2019 bleibt Savas Savas und das Publikum wippt schon beim zweiten Song mit den Armen mit.

Bilder des Konzerts in der Swiss Life Hall

„KKS“ ist erst das fünfte Solo-Studioalbum des Rappers – und, nach „Märtyrer“, das erste seit 2014. Dennoch kommt Savas der Verdienst zu, den deutschsprachigen Rap quasi im Alleingang aus dem gutbürgerlichen Spaßmillieu à la Die Fantastischen Vier für den Mainstream zurück auf die Straße geholt zu haben. K.I.Z., Fler, ja, auch King Orgasmus One, viele andere – Savas ist der Gigant, auf dessen Schultern sie stehen. Während des Konzertes in der Swiss Life Hall wird deutlich, warum. Der 44-jährige Savas gönnt sich kaum eine Pause für Ansagen, „Wie die Bastarde haben wir beim Steintor auf ein Taxi gewartet“ lässt er einmal verlauten, „Ist doch nett hier“ ein anderes Mal.

Grinsendes Spielkind

DJ Eule, der oben auf der Boombox in seinem Nest sitzt, fährt in dichter Folge Track für Track ab, die ganze Swiss Life Hall vibriert vom Bass und es ist eine Freude, Savas, seinen zwei Mitstreitern und den beiden Backgroundsängerinnen zuzuhören. Denn der Rapper ist nach wie ein Ausnahmemusiker, hat über die Jahre nichts von seinem legendären Flow und Wortrhythmus eingebüßt und zeigt das auch live. Seine Texte tragen nach wie vor die Handschrift eines grinsenden Spielkindes, das über die quasimagische Fähigkeit verfügt, „Mach ich nicht“ auf „Krabbenchips“ zu reimen und damit durchkommt.

Aber ach, diese Pose. So technisch brillant sich Savas auf der Bühne präsentiert und das Publikum dabei über zwei Stunden mitreißt, so irritierend sind die Texte. Savas Genre ist der Battle-Rap, selbstverständlich geht es dabei um Selbstüberhöhung und Erniedrigung echter oder imaginierter Gegner, selbstverständlich wird es dabei beleidigend und geht unter die Gürtellinie. Ja, das ist homophob, ja, das ist frauenfeindlich, trotz immer wieder brav medienwirksam vorgetragener Entschuldigungen, allerdings ist das ja auch nicht weiter überraschend und sowieso Genremerkmal.

Es ist vor allem aber eine eigenartige, selbst auferlegte künstlerische Einschränkung. Zwar bedienen sich nicht alle Tracks von Kool Savas aus diesem metaphorischen und motivischen Universum – aber größtenteils. Das ist ein wenig als beobachte man einen Katana-Meister dabei, wie er mit seinem Schwert Salami schneidet. Sicher, das geht gut und sieht auch cool aus. Aber es könnte soviel mehr sein – wieviel mehr zeigt sich dann in Tracks wie „Deine Mutter“, der Savas übliches Sprachuniversum verlässt und der gegen Ende des Konzertes ein berührendes Gegenstück zum größten Teil der Setlist bietet.

Am 26. März tritt Bosse in der Swiss Life Hall auf.

Von Jan Fischer

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