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00:15 08.03.2019
Melissa Etheridge im Capitol. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Achtziger waren eine gute Zeit führ Röhren, und damit sind nicht nur Verstärker gemeint, sondern auch Stimmen. Die von Melissa Etheridge gehört sicherlich zu diesem erlauchten Kreis: In ihrem Konzert im ausverkauften Capitol knarzt, rockt und röhrt sich die 57-Jährige lauthals und gut gelaunt durch ihr Repertoire. Direkt mit dem ersten Song „No Souvenirs“ steigt sie mit einem ihrer kleineren Hits ein, und bis auf gelegentliche Ausreißer wie „Faded By Design“ vom im April erscheinenden Album „The Medicine Show“ bleibt das Konzert auch gute zwei Stunden lang eine echte Hitparade. „Bring Me Some Water“ ist selbstverständlich dabei, ebenso wie – als gut 20-minütige Zugabe – „Like The Way I Do“.

Melissa Etheridge singt im Capitol

Hier geht es um Musik

Mit der Show hält Etheridge sich dabei vornehm zurück: Es gibt keine Konfettikanonen, keinen Schnickschnack, nicht einmal ein in Banner oder Bild im Bühnenhintergrund. Die mit Lederjacke angetane und mit allerlei Kettchen behängte Etheridge wechselt nur hin und wieder ihre Gitarre, ansonsten sind unterschiedliche Lichtstimmungen das einzige Showelement. Klar: Hier geht es um die Musik.

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Und das reicht ja auch. Während die Band – in schmalstmöglicher Besetzung mit Hammondorgel, Schlagzeug und Bass – sich präzise durch die Lieder spielt, zeigt Etheridge, dass ihre Stimme seit dem Debütalbum von 1988 reifer geworden ist. Mal klingt sie wie wie eine dieser Stimmen, deren Anzucht nur durch jahrelangem Zigaretten- und Whiskykonsum möglich sein sollte, dann wieder landet sie bei einer klassischen Rockröhre, die sich von Zeit zu Zeit auch mal in eine Soulstimme kippt.

Meilenstein als Coming-Out

Anlass der aktuellen Tour Ehteridges ist das 25-jährige Erscheinungsjubiläum ihres zweiten Albums „Yes I Am“, das für die Sängerin ein persönlicher Meilenstein war: Kurz vor Erscheinen des Albums hatte sie sich als lesbisch geoutet. Das Album war nicht nur ihr Durchbruch in den Mainstream, sondern thematisierte auch das öffentliche Coming-Out Etheridges, die sich seit dem auch als Aktivistin für die Rechte homosexueller Menschen engagiert. „Aber ihr habt schon lange davor zu meiner Musik gerockt“, sagt sie auf dem Konzert, „es spielte keine Rolle. An alle, die homosexuell sind: Willkommen. Ich freue mich, dass ich für euch da sein kann.“

So koppelt die Veteranin des Poprock ihre zwar exzellent vorgetragene, aber dennoch in Vergangenheit stehen gebliebene Musik wieder an die Gegenwart. Das Publikum im ausverkauften jedenfalls Capitol dankt es ihr – mit lang anhaltendem Jubel und ausgelassenem Mitsingen fast das ganze Konzert hindurch.

Von Jan Fischer

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