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Konzert von Wincent Weiss in der Swiss Life Hall

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18:17 22.11.2019
Wincent Weiss bei seiner „Irgendwie Anders“-Show in der Swiss Life Hall. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Ein brennender Mann breitet die Arme aus und dreht sich auf der Stelle um sich selbst. Vor ihm erleuchtete Gesichter. Flammen schießen in die Höhe. Wincent Weiss hat für seine Show in der ausverkauften Swiss Life Hall einige Überraschungen parat – unter anderem eine feuerfeste Jacke. Mit Songs wie „Musik Sein“, „Feuerwerk“ und „Frische Luft“ hat sich der 26-jährige Popsänger und Songwriter in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Wie schnell sich sein Erfolg verselbstständigt hat, kann er selbst noch kaum fassen. Es sei „ein Riesen-Privileg“, dass er das Musikmachen seit dreieinhalb Jahren seinen Hauptberuf nennen kann, sagt er vor 5000 Fans.

„Bisher war jedes unserer Konzerte in Hannover ausverkauft“, ruft er in die Menge. Neben der aufwendigen Bühnenproduktion aus Pyrotechnik, Konfettiregen, riesigen Luftballons, Videoleinwand und den eingängigen Hits zum Mitsingen, Klatschen und Hüpfen ist es vor allem seine Art, emotionale Stücke zu präsentieren, die bleibenden Eindruck hinterlässt. Sein Gesicht verzieht sich vor Wut und Enttäuschung, wenn er in „1993“ von seinem Vater singt, ohne den er aufwachsen musste.

Wincent Weiss bei seiner ausverkauften Show in der Swiss Life Hall

Hört man seine Songs nur flüchtig im Radio, könnte man annehmen, sie alle handeln entweder von der Leichtigkeit des Verliebtseins oder von schwerem Liebeskummer. Doch in Liedern wie „Ich tanze leise“ geht es auch oft um Tiefgründigeres. In dem Song setzt er sich mit dem Suizid eines Freundes auseinander.

Lauter Medleys

Zwischen solchen ernsten und gefühlvollen Momenten darf auch wieder herzlich gelacht werden. Zum Beispiel, als zwei Lauchstangen auf der Bühne landen, die vom Drummer zu Trommelstöcken umfunktioniert werden. Zusammen mit seiner Band spielt der Sänger ein Medley aus Liedern wie „Vincent“ von Sarah Connor, Beyonces „All the Single Ladies“, „I Came For You“ von Mannfred Mann's Earth Band, „Cheri, Cheri Lady“ von Modern Talking, „Cordula Grün“ von Die Draufgänger, „Vermissen“ von Juju und Henning May, „Pocahontas“ von AnnenMayKantereit und „Ich und mein Holz“ von den 275ers.

Einige eigenen Stücke präsentiert der Popsänger zur Abwechslung mal im Rock-, mal im Pop-, Punk- oder Metal-Gewand. Das steht ihm und den Songs überraschend gut. Weiss verrät, dass vor allem die härteren Genres seinen musikalischen Background ausmachen. „Das erste Album, das ich mir gekauft habe, war ,Mutter’ von Rammstein.“ Als der Sänger sich beim Crowdsurfen auf Händen über die Menge tragen lassen will, hat das vorwiegend aus jungen weiblichen Fans bestehende Publikum alle Mühe. „Wir müssen die Männerdichte vorne erhöhen“, sagt Weiss.

Der Junge von nebenan

Im Laufe der Show geht der Sänger, der aus einem 300-Seelen-Dorf im Norden stammt, immer wieder auf Tuchfühlung mit den Fans. Seine Dankbarkeit drückt er ehrlich aus – wenn er die hochgehaltenen Plakate liest, Geschenke annimmt oder ein Geburtstagsständchen singt. Wincent Weiss bleibt trotz seines Erfolgs der nette Junge von nebenan.

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