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Kostensenkung: Weniger Ausstellungen in der Kestnergesellschaft  Hannover

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13:15 16.05.2019
Christina Végh, die Leiterin der Kestnergesellschaft. Quelle: UlrichPrigge
Hannover

„Die Marke Kestnergesellschaft steht für Qualität“, sagt Hinrich Holm, der erste Vorsitzende der Kestnergesellschaft bei der Mitgliederversammlung Vereins am Mittwochabend. Und er schloss die Frage an: „Können wir die Qualität weiter finanzieren?“

Offenbar ist das nicht so einfach. Deshalb hat sich der Vorstand der Kestnergesellschaft zu einem Einschnitt entschieden. Statt vier Ausstellungen im Jahr wie bisher üblich, soll es im Jahr 2020 nur drei Ausstellungen in dem renommierten Kunsthaus an der Goseriede geben. „Wir treten jetzt auf die Bremse“, sagte Holm.

Die Kestnergesellschaft

Die Kestnergesellschaft gehört zu den größten deutschen Kunstvereinen. Seit mehr als 100 Jahren bringt sie aktuelle, internationale Kunst nach Hannover. Dabei werden die Hallen des ehemaligen Goseriede-Schwimmbads mit Gruppen- und Einzelausstellungen regelmäßig neu gestaltet.

Gefördert wird die Kestnergesellschaft deshalb unter anderem vom Land Niedersachsen, von den Mitgliedern, dem Förderkreis sowie von den Firmenpartnern. Die Kestnergesellschaft hat zur Zeit gut 2600 Mitglieder, von denen sich 160 im Förderkreis engagieren.

Dabei hat es im vergangenen Jahr gar keinen dramatischen Rückgang der Einnahmen gegeben. Und für das laufende Jahr gibt es sogar einen Sonderzuschuss des Landes Niedersachsen. Statt mit 700 000 Euro unterstützt das Land die Kestnergesellschaft mit 800 000 Euro. Die Erhöhung hängt mit der Ausstellung „CalArts“ zusammen, die sich mit den Ursprüngen der Konzeptkunst und der Schule des Künstlers John Baldessari beschäftigt.

Zuständig ist das Land

Möglicherweise bleibt das eine einmalige Erhöhung des Landeszuschusses. In Niedersachsen, das laut Stadt-Land-Vertrag aus dem Jahr 1993 für die Kestnergesellschaft zuständig ist, während die Stadt Hannover den Kunstverein fördert, haben die Haushaltsberatungen gerade erst begonnen. Die Landesmuseen, die Staatstheater und viele weitere Kulturinstitute des Landes haben bereits Bedarf angemeldet. Ob die Zuschüsse für die Kestnergesellschaft in Hannover dauerhaft erhöht werden, ist fraglich.

Hohe Eigeneinnahmen

Dabei erwirtschaftet die Kestnergesellschaft – anders als viele andere Kulturinstitutionen – einen beachtlichen Teil ihres Etats selbst. Durch starke Förderer liegt das Verhältnis von Eigeneinnahmen und Staatsfinanzierung bei 60 zu 40. Das Budget der Kestnergesellschaft liegt in diesem Jahr bei etwa 1,8 Millionen Euro – eine Million davon trägt die Gesellschaft selbst. Für besondere Ausstellungen (die in der Kestnergesellschaft auch meist besonders kostspielige Ausstellungen sind) kann die Kestnergesellschaft meist noch zusätzliche Geldquellen erschließen. So wird die „CalArts“-Ausstellung von der Bundeskulturstiftung, der Volkswagenstiftung und der Stiftung Niedersachsen mitfinanziert. Die Geldknappheit der Kestnergesellschaft hat also nichts mit einer kostspieligen Ausstellung zu tun, es handelt sich um ein strukturelles Problem.

Der Vereinsvorstand: Hinrich Holm, Yorck Schmidt, Michael Kunst, Ulrich Schneider, Christina Végh, Ines von der Schulenburg, Torsten Leue. Quelle: Ulrich Prigge

Die Reduzierung der Ausstellungen ab 2020 ist auch ein Zeichen an das Land, den Zuschuss, der sich seit 15 Jahren nicht verändert hat, zu erhöhen. „Wir verlangsamen uns – und wir konzentrieren uns dabei, sagte Christina Végh, die Leiterin der Kestnergesellschaft. Und sie hofft, dass ihr Ausstellungshaus in den kommenden Jahren bei steigenden Landeszuschuss wieder Fahrt aufnehmen kann.

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