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Region Kulturhauptstadt: Hannover rechnet mit Ausgaben von 80 Millionen Euro
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Kulturhauptstadt 2025: Hannover zahlt 18 Millionen Euro für die Bewerbung

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01:15 20.05.2019
„Hier. Jetzt. Alle – für Europa“: Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf mit einer Broschüre für die Bewerbung. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Sollte Hannover im Rennen um die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 als Sieger hervorgehen, will die Stadt rund 80 Millionen Euro für das Programm und die Organisation ausgeben. Die Verwaltung hat am Freitag im Kulturausschuss eine konkrete Finanzplanung vorgestellt.

500 Veranstaltungen geplant

Demnach wird die Stadt 18 Millionen Euro für die Zeit ab 2021 zur Verfügung stellen. Darauf haben sich Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf und Kämmerer Axel von der Ohe im Vorfeld geeinigt. Das Land und der Bund wären wohl jeweils mit einer ähnlichen Summe dabei. Die Region habe ebenfalls eine „namenhafte Summe“ versprochen, sagte Beckedorf – sie rechnet mit etwa 6 bis 10 Prozent des Gesamtbudgets. Rund 10 Millionen Euro hofft man in der Wirtschaft und bei Stiftungen einzuwerben. Der finanzielle Beitrag der EU, die den Wettbewerb auslobt, sei zu vernachlässigen.

Regulärer Kulturhaushalt steigt

50 Millionen Euro des Kulturhauptstadtgeldes sind für das Programm des Kulturhauptstadtjahres vorgesehen: Angedacht sind in den Planungen 500 Veranstaltungen und sechs Großprojekte – welche genau das sein werden, steht allerdings noch nicht fest. Die übrigen 30 Millionen Euro sollen der Vorbereitung, Werbung, Verwaltung und weiteren organisatorischen Posten dienen.

Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass das reguläre Kulturbudget der Stadt in den Jahren 2021 bis 2026 nicht sinken wird. Stattdessen soll eine jährliche Steigerung von 1,5 Prozent festgeschrieben werden. Damit soll gesichert werden, dass die Mittel für die Kulturhauptstadt zusätzlich bereitgestellt werden und nicht in anderen Bereichen der Kultur eingespart werden.

Eine Empfehlung zu dem Finanzplan gab der Kulturausschuss am Freitag nicht – auf Antrag von Die Partei wurde das Thema zu weiteren Beratungen in die Fraktionen zurückgezogen. Auch die CDU meldete noch Beratungsbedarf an. Dennoch zeichnet sich eine breite Zustimmung zu den Plänen ab: Von allen Fraktionen wurde gewürdigt, dass Finanz- und Kulturdezernat sich auf eine Summe einigen konnten, die viele Mitglieder des Ausschusses als realistisch und angemessen einschätzten.

Vorentscheidung im Dezember

Die Kulturdezernentin drängt nun auf einen Beschluss noch vor der Sommerpause, um die Finanzplanung mit in die Bewerbungsmappe für die Kulturhauptstadt, dem sogenannten Bid Book, aufnehmen zu können. Notwendig wäre das zwar nicht – Beckedorf hofft aber, die Bewerbung damit noch glaubwürdiger zu machen.

Die Bid Books müssen bis zum 30. September eingereicht werden. Im Dezember entscheidet eine Jury, welche Städte im Rennen bleiben. Außer Hannover bewerben sich Hildesheim, Nürnberg, Magdeburg, Dresden, Chemnitz, Gera und Zittau um den Titel. Steht Hannover dann auf der Shortlist der engeren Kandidaten, geht das Bewerbungsverfahren hier in eine weitere Runde: Die endgültige Entscheidung für eine Stadt fällt im Herbst 2020.

So geht die Bewerbung weiter

Ende September werden die Bewerbungsunterlagen (Bid Book) bei der Kulturstiftung der Länder eingereicht, die den Wettbewerb in Deutschland organisiert. Das Kulturhauptstadt-Team der Stadt arbeitet seit Längerem an der Beantwortung der darin vorgegebenen Fragen – und wird es in der ersten Julihälfte schreiben. Danach wird es übersetzt – die Bewerbung erfolgt auf Englisch – und in Form gebracht. Auf Letzteres legt man in Hannover besonderen Wert: „Das Bid Book soll ein Kunstbuch werden“, sagte Melanie Botzki vom Kulturhauptstadtbüro.

Nach dem Sommer soll die Bewerbung auch in der Stadt sichtbarer werden – unter anderem durch die Bekanntgabe von konkreteren Plänen, die ursprünglich für Juni angekündigt war. Mit der Verzögerung will man auch die Aufmerksamkeit der zwölfköpfigen Jury gewinnen, die sich laut Botzki nicht vor August genauer mit den einzelnen Kandidaten beschäftigen wird.

Von Stefan Arndt

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