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Kulturhauptstadt: So planen Hannovers Mitbewerber

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01:15 29.06.2019
Bunte Verpackung: „Hier. Jetzt. Alle für Europa“ ist das Motto der hannoverschen Bewerbung. Was sich dahinter verbirgt, will die Stadt im August erklären.
Bunte Verpackung: „Hier. Jetzt. Alle für Europa“ ist das Motto der hannoverschen Bewerbung. Was sich dahinter verbirgt, will die Stadt im August erklären. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

In Hannover wurde leidenschaftlich um den Etat für das Kulturhauptstadt-Projekt gerungen. Dass das kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick nach Chemnitz. Dort hat man sich auf der Suche nach Vorbildern für die Bewerbung am nahe gelegenen Pilsen (Kulturhauptstadt 2015) und am rumänischen Temeswar (Kulturhauptstadt 2021) orientiert – und dabei eine Erkenntnis gewonnen, die man wohl auch in Hannover gern liest: „Auf dem Weg zum Titel haben beide Städte Krisen überstehen müssen und Herausforderungen gemeistert“, heißt es im Internetauftritt der Chemnitzer Bewerbung.

Gleicher Einsatz – unterschiedlicher Ertrag

Der Streit ist also normal auf dem Weg zu Ziel, und auch finanziell bewegt man sich im absolut üblichen Rahmen: In Chemnitz und Magdeburg geht man wie in Hannover von einem Eigenanteil zwischen 18 und 20 Millionen Euro aus – allerdings rechnet man etwas weniger optimistischer, was die übrigen Mittel angeht. In Hannover kommt man mit städtischen 18 Millionen auf einen Gesamtetat von 80 Millionen Euro, in Chemnitz rechnet man mit nur 50 Millionen Euro. Dresden leistet sich mit 26 Millionen den bislang (Nürnberg hat noch keine konkreten Zahlen präsentiert) höchsten Eigenanteil der Bewerber – kommt aber mit 70,6 Millionen Euro auf ein Gesamtbudget, das unter dem von Hannover liegt.

Hannover liegt gut in der Zeit

Auch im Zeitplan nimmt Hannover derzeit einen Spitzenplatz ein: Hier wird an diesem Donnerstag endgültig über den Finanzrahmen entschieden – in Dresden steht das eine Woche später an. In Hildesheim wird sogar erst nach der Sommerpause am 26. August und damit nur einen guten Monat vor dem Abgabetermin für die Bewerbungsmappe über den Finanzplan zur Kulturhauptstadt abgestimmt. Dort gibt man sich wie in Zittau auch finanziell etwas bescheidener: Die Stadt Hildesheim will 5 Millionen für die Kulturhauptstadt ausgeben, vom Landkreis und umliegenden Kommunen kommen noch 6,2 Millionen dazu. Insgesamt rechnet man so mit 55,7 Millionen Euro.

Inhalte sind überall Mangelware

Inhalte sind derzeit noch in allen Städten Mangelware: Hannover will im August konkretisieren, was hinter dem Motto „Hier. Jetzt. Alle für Europa“ steckt. Chemnitz zielt mit dem Motto „Aufbrüche“ wohl vor allem auf verschiedene historische Umwälzungen in der Stadtgeschichte. In Dresden steht „Neue Heimat Dresden 2025“ derzeit noch recht vage für Themen wie „Heimat“ und „Osten und Westen“. In Magdeburg denkt man über einen neuen Konzertsaal und eine zu gründende Akademie für Musik und Schauspiel nach – undHildesheim will als moderne Provinz punkten.

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