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Living The Dream-Tour in Hannover mit The Conspirators und Myles Kennedy: So war das Konzert von Guns-N’-Roses-Gitarrist Slash in der Swiss Life Hall

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11:46 20.06.2019
Lässt seine Gitarre für sich sprechen: Slash beim Konzert in der Swiss Life Hall in Hannover. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Slash“ steht in großen Lettern auf dem projizierten Banner im Bühnenhintergrund, darunter deutlich kleiner „Myles Kennedy“, darunter noch kleiner „The Conspirators“ – auf der Bühne der Swiss Life Hall steht Slash jedoch zunächst unscheinbar ganz rechts am Rand. Wie in seiner Hauptband, den Guns N’ Roses, ist er auch in seinem eigenen Projekt nun mal der Gitarrist, auch wenn er den Großteil der Songs gemeinsam mit Sänger Kennedy zusammen schreibt. Natürlich ist er für die 3800 Fans dennoch der Star des Abends.

Bilder des Konzerts

Wer ein wenig weiter vom Bühnenrand weg steht, erkennt ihn jedoch vor allem an seinem seit Jahrzehnten unveränderten Stil. Auf den langen, schwarzen Locken sitzt ein ebenso schwarzer Zylinder. Der Teil des Gesichts, den die Haare frei lassen, verdeckt zu einem großen Teil eine Sonnenbrille. Dabei hat Slash nichts zu verbergen. Aber eben auch nichts zu beweisen, weder sich selbst noch seinem Publikum. Er ist eben Slash. Der, der 1985 eine der größten Rockbands der Achtziger- und Neunzigerjahre mitgründete. Der, dessen Gitarre auf mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern zu hören ist. Und der, der vom „Rolling Stone“ auf Platz 65 unter den 100 besten Gitarristen aller Zeiten gelistet wird.

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Im Jahr 2010 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum, auf dem Myles Kennedy bereits zu zwei Stücken seine hohe, klassische Hardrockstimme beitrug. Für die Tour sammelte Slash dann die anderen drei Bandmitglieder der Conspirators um sich. Die Besetzung funktionierte so gut, dass im vergangenen Jahr bereits das dritte gemeinsame Album erschien. „Living The Dream“ gibt auch der aktuellen Tournee ihren Namen – auch wenn dabei die neuen Songs eher beiläufig zwischen älterem Material vorgestellt werden.

Seelenvolle Soli

Dabei fällt auf, dass Slash sich stärker auf Blues-Wurzeln besinnt, mehr mit Dynamik und Struktur spielt und Kennedy genug Raum für stimmliche Ausflüge in Genres wie Progrock lässt. Ansonsten will der Gitarrist einfach nur spielen. Slash lebt seine Lust am Instrument in gewohnt langen, seelenvollen Soli aus. Alle, die das bei einem Konzert von Guns N’ Roses bereits nervt, sind wohl gar nicht erst gekommen. Alle anderen feiern gemeinsam ein Gitarrenfest, bei dem Slash sein Instrument von Song zu Song ausgelassener jaulen, heulen, quietschen und fiepsen lässt.

Gesprächiger wird dabei niemand auf der Bühne. Die Band sägt sich durch ihre Setlist, gönnt sich keine Pause zwischen den Songs. Wie die heißen, ob sie neu sind, was es damit auf sich hat? Der geneigte Fan weiß das, alle anderen genießen eben das Spektakel, es ist eine Show auf hohem Niveau. Beim neuen Song „Serve You Right“ drängt Slash dann doch erstmals in die Bühnenmitte, bei „We’re All Gonna Die“, stark gesungen vom Bassisten Todd Kerns, trägt er sogar einige Worte zum Refrain bei.

Alleine im Spot

Behutsam rückt Slash entlang seiner Musik ins Zentrum. „Nighttrain“, der einzige Guns-N’-Roses-Song an diesem Abend, verführt ihn zur Solopose mit nach oben gerecktem Gitarrenhals. Bei der Zugabe „Avalon“ hat er dann endlich Kennedys Podest erobert, auf dem er anfangs alleine im Spot steht und sich ein wenig feiern lässt. Dann kommen die Kollegen dazu, und es geht wieder nur ums Wesentliche: um Musik.

So war das Guns-N’-Roses-Konzert vor zwei Jahren in Hannover.

Von Thomas Kaestle

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