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Mädchenchor Hannover: Neuer Leiter Andreas Felber präsentiert sein erstes eigenes Programm

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14:05 12.06.2019
„Die künstlerische Arbeit läuft schon sehr gut“: Andreas Felber – damals ein letztes Mal an der Seitenlinie – im Januar beim Neujahrskonzert des Mädchenchors in der Staatsoper. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Im Anschluss an das Konzert in der Christuskirche am kommenden Sonnabend wird der Mädchenchor noch einige Volkslieder draußen auf dem Platz vor der Kirche singen. Dazu werden Getränke und Kleinigkeiten zum Essen gereicht. „Ich finde das ganz schön“, sagt Chorleiter Andreas Felber, „um bei meinem Einstieg etwas Nähe zum Publikum zu bekommen.“ Felber hat seinen neuen Job schon im September 2017 angetreten – ein Konzert zum Einstieg erscheint da reichlich verspätet.

Ein später Start als Leiter

Der Grund dafür liegt in einer außergewöhnlich langen Einarbeitungsphase: Zwei Jahre lang haben Felber und die bisherige Leiterin Gudrun Schröfel gemeinsam an der Spitze des Mädchenchores gestanden. Im Januar ist Schröfel offiziell aus dem Amt geschieden – und ihr bisheriger Partner präsentiert nun das erste Programm, das er als Alleinverantwortlicher geplant und einstudiert hat.

„Ich bin nach Hannover gekommen, weil mir das Repertoire des Mädchenchores gefällt“: Andreas Felber (35). Quelle: Tim Schaarschmidt

Allzu viel ändern dürfte sich bei der grundsätzlichen Ausrichtung des Chores allerdings nicht. „Ich habe nicht händeringend nach etwas Anderem gesucht“, sagt der 35-jährige Schweizer. „Ich bin ja gerade nach Hannover gekommen, weil mir das Repertoire des Mädchenchores und seine Art zu singen gefallen.“ Jetzt gehe es darum, dieses Repertoire zu erweitern und mit einer persönlichen Note zu versehen. Dafür sorgen unter anderem einige in Deutschland weniger bekannte Komponisten aus der Schweiz wie der Romantiker Hans Huber. Dessen „Sechs Gesänge für Frauenchor“ sind gar nicht mehr verlegt. Felber hat die Stücke des Brahms-Verehrers in einer Bibliothek in Basel ausgegraben und mit nach Hannover gebracht.

Neue Stücke für den Mädchenchor

Bei solchen Recherchen nach Werken, die sich für die besondere Besetzung eines Mädchenchores eignen, stößt Felber oft auf Spuren seiner Vorgänger. „Viele neuere Stücke sind ursprünglich für den Mädchenchor Hannover geschrieben worden und tragen eine entsprechende Widmung“, sagt er. Auch diese Tradition möchte er fortsetzen: In der Christuskirche wird auch ein Werk von Iris ter Schiphorst erklingen, das Felber bei der 1956 in Hamburg geborenen Komponistin bestellt hat – weitere Aufträge anderer zeitgenössischer Komponisten sind gerade in Arbeit.

Der Mädchenchor Hannover im vergangenen Jahr beim Adventskonzert in der Marktkirche. Quelle: Irving Villegas

Die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts versteht Felber als wichtiges Kernrepertoire seines Chores. Zentral bleiben auch Werke von Brahms und Schumann, in deren Aufführungen der Chorleiter eine große Stärke seines Ensembles sieht, weil der spezielle Klang des Chores sich besonders gut dafür eignet. Dazu kommen ältere Werke etwa von Michael Haydn und Johann Adolph Hasse. „Wir wollen wichtige Werke aus allen Epochen aufführen“, sagt Felber.

„Eine große Aufgabe mit vielen Aspekten“

Er ist dankbar, dass er Zeit zum Einarbeiten gehabt hat – schließlich sei die Leitung des Mädchenchores eine „große Aufgabe mit vielen Aspekten“ – freut sich nun aber auch, dass der Wechsel weitgehend abgeschlossen ist. „Die künstlerische Arbeit läuft schon sehr gut“, sagt er. In den kommenden Monaten wird er die Ergebnisse dieser Arbeit gemeinsam mit seinen jungen Sängerinnen bei Festivals wie den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker und den Niedersächsischen Musiktagen präsentieren, bei Gastspielen in Frankfurt, Stuttgart und Nürnberg und bei einer großen Tournee durch Südkorea. Und natürlich gibt es auch in Hannover weitere Auftritte etwa im Programm der Chormesse Chor.com oder bei den Weihnachtskonzerten in der Marktkirche.

Genuss und Geselligkeit

Zukünftig will Felber auch die Zusammenarbeit mit der Musikhochschule verstärken, an der er zusätzlich zu seiner Aufgabe beim Mädchenchor als Professor Chorleitung lehrt. Und natürlich will er auch die persönliche Note seiner Arbeit deutlicher erkennbar machen. Dazu gehört auch der gesellige Teil nach dem Konzert in der Christuskirche, den Felber „Apéro“ nennt. „Das ist ein Begriff, den man hier wohl nicht so kennt“, räumt der Schweizer ein. Der in Frankreich und der Schweiz verbreitete Apéro ist üblicherweise als ein Brauch definiert, der Genuss und Geselligkeit verbindet. Es klingt nach einem vielversprechenden Ziel.

Die nächsten Konzerte

Der Mädchenchor Hannover singt unter Leitung von Andreas Felber am Sonnabend, 15. Juni, 19 Uhr, in der Christuskirche, Conrad-Wilhelm-Hase-Platz 1. Tickets gibt es in der Buchhandlung an der Marktkirche oder unter Telefon (05 11) 64 69 16 70. Außerdem ist der Chor zum Abschluss der Chortage Hannover am Sonnabend, 29. Juni, 20 Uhr, in der Galerie Herrenhausen zu hören.

Von Stefan Arndt

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