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Masala-Festival: Der Knabenchor Hannover im Pavillon

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01:15 23.05.2019
Zu Gast bei Masala: Der Knabenchor Hannover im Pavillon auf. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Masala Weltbeat – das klingt nach würziger Exotik, Ton gewordenem Fernweh, aufregenden Neuentdeckungen. Von all dem gab es jedoch ziemlich wenig, als der Knabenchor Hannover am Sonntagabend beim gleichnamigen Kulturfestival im Pavillon debütierte.

Auch der Programmtitel „Volksmusik in neuem Gewand“ hatte akustische Begehrlichkeiten und die Hoffnung auf ein echtes Crossover zwischen den Genres geweckt. Aber über weite Strecken blieben die Arrangements von Andreas Tarkmann, die an diesem Abend zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden, so brav wie die Chorknaben selbst. Wirklich neu wirkten sie trotz einiger origineller Ideen nicht, sodass sich irgendwann unwillkürlich die Frage stellte: Warum nicht gleich die Sätze von Brahms, Reger oder Silcher singen?

„Die Liebe der Matrosen“

Bevor klassisches Volksliedgut wie „Kein schöner Land“, die „Königskinder“ oder „Nun will der Lenz uns grüßen“ erklang, gab es ein aus vertontem Seemansgarn gesponnenes XXL-Planken-Medley. Trotz des fehlenden Schalks, der eigentlich unbedingt dazugehört, wenn so junge Männer „Die Liebe der Matrosen“ besingen, lieferte der Knabenchor unter der Leitung von Jörg Breiding in gewohnter Qualität ab. Vor allem die hervorragende Textverständlichkeit, bei knapp 80 Sängern keine Selbstverständlichkeit, trug zum Gelingen des Konzertes bei.

Der Knabenchor Hannover beim Masala-Weltbeat-Festival im Pavillon. Quelle: Moritz Frankenberg

 Die Organisation drum herum allerdings ließ noch viel Luft nach oben. So war der Name des Klavierduos, das den Chor vierhändig begleitete und zudem in zwei Soloblöcken musizierte, vorher nicht publiziert worden. Programmhefte- oder -zettel gab es auch keine. Immerhin hat der Knabenchor auf seiner Facebook-Seite verraten, dass es sich um das Duo Tsuyuki & Rosenboom handelte.

Was die beiden jedoch gespielt haben, blieb leider unverständlich, denn Jörg Breiding fand kein funktionierendes Mikrofon für seine Ansage. Insgesamt geriet der Abend deshalb ziemlich lasch für ein Masala.

Die nächsten Masala-Vorstellungen in Hannover gibt es am Donnerstag, 23. Mai. Dann gastieren im Kulturzentrum Pavillon von 20 Uhr an Rebel Rabel und Königliche Braut.

Von Juliane Moghimi

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