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Masala: Knabenchor Hannover singt beim Weltmusik-Festival im Pavillon

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21:15 19.05.2019
„Ohne den Knabenchor hätte ich nie diese musikalische Laufbahn eingeschlagen“: Andreas Tarkmann Quelle: Dan Hannen
Hannover

Man muss nicht den halben Globus überqueren, um exotische Klangwelten zu entdecken. Manchmal liegen die Überraschungen ganz nah. So präsentiert das Masala-Weltbeat-Festival, das am Freitag im Pavillon beginnt, in diesem Jahr auch Musik aus der Heimat: Der Knabenchor Hannover singt bei seinem späten Festivaldebüt deutsche Volkslieder.

Das Masala-Festival

Am Freitag, 17. Mai, startet das Weltbeat-Festival mit einem Doppelkonzert im Pavillon: Um 20 Uhr präsentiert die kanadische Sängerin Mélissa Laveaux ihre Mischung aus Kreol-Folk, Blues und Rock, ab 22 Uhr bringt Moonlight Benjamin aus Haiti karibische Voodoo-Melodien nach Hannover. Am Sonnabend, 18. Mai, gibt es ab 16 Uhr Programm auf der Bühne auf dem Weißekreuzplatz, ab 20 Uhr folgt ein Doppelkonzert mit Manou Gallo und Tiken Jah Fakoly von der Elfenbeinküste im Pavillon.

Weitere Höhepunkte sind der Auftritt des Knabenchors (Sonntag, 19. Mai), eine deutsch-palästinensische Begegnung mit Aeham Ahmad und Edgar Knecht (20. Mai) und ein Treffen der unkonventionellen Blaskapellen Königliche Braut und Rebel Babel (23. Mai). Zum Programm gehören auch wieder der Weltmarkt am letzten Festivalwochenende vom 24. bis zum 26. Mai, sowie Austellungen, Tanzkurse, Workshops und ein umfagreiches Angebot für Kinder.

Arrangiert hat der Stücke der Komponist Andreas Tarkmann, der seine musikalische Laufbahn einst im Knabenchor begonnnen hat. 1956 in Hannover geboren, hat er selbst einen längeren Weg zu „Der Mond ist aufgegangen“ und „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ zurückgelegt. In seiner Jugend seien solche Stücke vor allem durch ihre Vereinnahmung während der Nazi-Zeit sehr negativ besetzt gewesen, sagt er: „Das Volkslied war ein gefährliches Terrain“. Doch davon habe er sich inzwischen befreit: „Je älter ich werde und je mehr ich mich mit Musik beschäftige, desto schöner und wertvoller finde ich Volkslieder“, sagt Tarkmann.

Darum hat er sich gern daran gemacht, solche Stücke zu bearbeiten, als die Anfrage vom Knabenchor kam, – und hat dabei mache Überraschung erlebt: „Viele deutsche Volkslieder haben Quellen etwa in Frankreich, Italien oder England“, sagt er. Der Weihnachtsklassiker „O du Fröhliche“ etwa war ursprünglich ein neapolitanisches Lied.

Zudem sei ihm aufgefallen, wie stark die Stücke oft im Lauf der Zeit verändert wurden – nicht immer zum Besseren: Sie wurden zumeist durch Vereinfachung musikalisch salonfähig gemacht und dem Zeitgeschmack angepasst. Deshalb sei es nun schön, zur alten Fassung zurückzugehen, die vielleicht rhythmisch und harmonisch nicht ganz so einfach sind, wie die bekannten Versionen, sagt Tarkmann: „Ich will zeigen, dass ein Volkslied nicht nur aus drei Akkorden besteht.“

Der Unterschied zwischen einem Volkslied und volkstümlicher Musik à la Musikantenstadl ist dem Komponisten besonders wichtig: „Der Schlager ist heute wahnsinnig simpel geworden“, findet er. „Bei Helene Fischer und anderen passiert ja harmonisch gar nichts mehr.“ Die Sänger würden höchstens noch wild aussehen – „da war der Schlager der Fünfziger- und Sechzigerjahre viel aufregender“.

Berührungsängste mit vermeintlich leichteren Genres hat Tarkmann grundsätzlich aber nicht: Er hat Chansons für Friedhelm Kändler und Alix Dudel komponiert und am Schauspiel Hannover bei den Intendanten Eberhard Witt und Ulrich Khuon die Schauspielmusik verantwortet. Sein Werk umfasst zudem große Orchesterwerke und Opern, für den Mädchenchor Hannover hat er zuletzt eine großformatige „Inka-Kantate“ geschrieben, die gerade auf CD erschienen ist.

Dass er nun mit dem Knabenchor zusammenarbeitet, ist für Tarkmann etwas Besonderes: „1965 habe ich als Neunjähriger zum ersten Mal im Weihnachtsoratorium mitgesungen.“ Das Singen im Chor sei bei ihm eingeschlagen wie eine Bombe: „Ohne den Knabenchor“, sagt der Komponist, „hätte ich nie diese musikalische Laufbahn eingeschlagen.“

Am Sonnabend, 19. Mai, 20 Uhr singt der Knabenchor Hannover die Volksliederbearbeitung von Andreas Tarkmann bei Masala im Pavillon. Am 1. Juli präsentiert der Chor das Programm mit opulenter Blechbläserbegleitung im Kuppelsaal. Mit von der Partie ist das das Quintett Canadian Brass.

Von Stefan Arndt

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