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Monika Grütters vergibt Kinopreise in Hannover

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12:01 31.10.2019
Monika Grütters übergibt im Peppermint-Pavillon den Spitzenpreis der Kinoprogrammpreise an die Betreiber des Berliner Kinos „Delphi Lux“. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Große Gala für das Kino in Hannover: Im Peppermint-Pavillon auf dem Expo-Gelände hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Mittwochabend die Verleih- und Kinoprogramm-Preise vergeben. Ausgezeichnet wurden Filmverleihfirmen, die ein besonders Programm jenseits des Mainstream-Kinos anbieten – und Programmkinos, die andere Filme zeigen als die, die in den Multiplex-Kinos laufen.

Dass die Veranstaltung in Hannover stattfindet, hängt mit dem Vorjahressieger zusammen. Vor einem Jahr wurden die Betreiber des Kinos am Raschplatz für ihr besonderes Filmprogramm ausgezeichnet. Der Vorjahressieger richtet traditionsgemäß die Gala des Folgejahres aus.

„Gegen die Pornowelle“

In diesem Jahr wurde der Preis zum 50. Mal verliehen. Vor 50 Jahren, als Sexfilme von Oswalt Kolle die Kinosäle füllten (und Kinobetreiber den Spruch erfanden: „Kolle-Kassen sind volle Kassen“) schuf das Bundesinnenministerium den Preis für anspruchsvolle Programmkinos, um etwas „gegen die Pornowelle auf der Leinwand“ zu unternehmen.

Der Preis hat ein erhebliches Volumen: 227 Programmkinos wurden mit insgesamt 1,8 Millionen Euro für ihr herausragendes Kinoprogramm im Jahr 2018 prämiert. Den Spitzenpreis 2019 für das beste Jahresfilmprogramm in Höhe von 20.000 Euro erhielt das „Delphi Lux“ aus Berlin. Der mit 10.000 Euro dotierte Spitzenpreis für das beste Kurzfilmprogramm ging an das „3001-Kino“ aus Hamburg. Das „Mal Seh’n Kino“ aus Frankfurt am Main wurde für das beste Dokumentarfilmprogramm und das „Lichtspiele-Kino zum Wohlfühlen“ aus Großhabersdorf für das beste Kinder- und Jugendfilmprogramm mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet.

Gala mit Desimo und Brodowy

Hannovers Ober(be)zauberer Desimo führte charmant und ein bisschen frech durch die Gala, Matthias Brodowy sang (damit die Gäste aus ganz Deutschland einen guten Eindruck von der Gastgeberstadt bekommen) sein Hannover-Lied, und Monika Grütters erklärte in ihrer Rede, warum Kinos heute so wichtig sind: „Kinos sind Erlebnisräume, die uns mit Menschen aus anderen sozialen Schichten, aus fremden Kulturen und früheren Zeiten verbinden. Und meist verlassen wir den Kinosaal mit erweitertem Horizont.“

Programmkinobetreiberinnen und Verleiherinnen würden, so Grütters, mit großem Engagement für sozialen Zusammenhalt sorgen. In einer Gesellschaft, in der der Ton immer rauer werde, trügen Programmkinos zu Verständnis und Verständigung bei. Das, so Grütters stärke das Rückgrat unserer Demokratie. „Kulturelle Vielfalt“, sagte die Kulturstaatsministerin, „ist auf Dauer stärker als populistische Einfalt“.

Mehr als 200 Auszeichnungen

Über einen kleineren Preis – immerhin jeweils 7500 Euro – konnten sich 121 Kinobetreiber aus ganz Deutschland freuen. Ihre Häuser tragen Namen wie: Kiste, Krokodil, Lichtblick, Rex, Atlantis, Cinema, Zoom, Metropol, Bambi, Harmonie, Koralle, Gloria, Klappe, Odeon Scala, Union, Monopol, Regina Atelier und Utopia.

Die nächste Preisverleihung wird im kommenden Jahr in Berlin stattfinden. Wer Preise bekommt? Mal seh’n.

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