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„My Body Belongs to Me“ – ein Stück über weibliche Genitalverstümmelung ist beim Festival Theaterformen zu sehen

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01:15 29.06.2019
Betroffene Frauen erzählen: „My Body Belongs to Me“ bei den Theaterformen. Quelle: Andreas Etter
Hannover

Eine gute Stunden lang berichten sechs Frauen aus ihrem Leben. Zwischendurch singen sie Lieder, die in ihrer Heimat zu feierlichen Anlässen gesungen werden. Einer dieser feierlichen Anlässe ist die Genitalverstümmelung. Die Frauen sind Opfer dieser Tradition geworden.

Jetzt stehen sie beim Festival Theaterformen auf der Bühne und erzählen, wie es bei ihnen war und was es für sie bedeutet. Am Ende Vorstellung erheben sich die Zuschauer von ihren Sitzen und applaudieren im Stehen. So würdigen sie den Mut der Frauen, offen über das Thema zu sprechen. Wie heikel das Ganze ist, verrät auch der Umstand, dass das Publikum vor der Veranstaltung mehrfach aufgefordert wird, keine Film- und Fotoaufnahmen zu machen, die dann eventuell in den sozialen Netzwerken auftauchen könnten.

Die Performance, die die Regisseure Laila Soleman und Ruud Gielens zusammen mit der Gruppe betroffener Frauen erarbeitet hat, weist auf ein Problem hin: Weibliche Genitalverstümmelung findet in Afrika immer noch statt. Mädchen werden dadurch verletzt und traumatisiert. Und immer wieder – auch davon berichtet die Performance – kommen Mädchen dabei zu Tode. Oft sind es die Großmütter, die auf dem Ritual der Beschneidung bestehen. Aber warum ist ihnen das eigentlich so wichtig? Es ist die Tradition, sagen die Frauen auf der Bühne.

Aber warum hat die Tradition solch eine Macht? Eine Antwort darauf vermag die Performance nicht zu geben. Man kann ihr das nicht vorwerfen; das, was die sechs Frauen da auf die Bühne bringen, ist mutig genug. Und dieses seit Langem tabuisierte Thema überhaupt anzusprechen, ist ein wichtiger, erster Schritt.

„My Body Belongs to me“ ist noch am heutigen Mittwoch auf der Cumberlandschen Bühne zu sehen. Um 19.30 Uhr gibt es ein Vorgespräch, nach der Veranstaltung, die um 20 Uhr beginnt, besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Von Ronald Meyer-Arlt

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