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NDR Klassik Open Air: 25.500 Besucher bei den Opern im Maschpark

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16:12 14.07.2019
Runde Sache: Das Neue Rathaus im Licht des sechsten Klassik Open Airs. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Happy End für zwei tragische Opern: Die Aufführung von „Der Bajazzo“ und „Cavalleria rusticana“ beim sechsten NDR Klassik Open Air im Maschpark wurde mit Begeisterung vom Publikum im Park und vor der Bühne aufgenommen. 15.000 Besucher waren nach Angaben der Veranstalter am Sonnabend bei trockenem Wetter und milden Temperaturen in den Park gekommen, dazu kamen 2000 Zuschauer vor der Bühne.

So geht es weiter beim Klassik Open Air

Im kommenden Jahr wird endlich Georges Bizets Oper „Carmen“ im Maschpark gespielt. Dirigieren wird der ehemalige Radiophilharmonie-Chef Eivind Gullberg Jensen. Der Vorverkauf für die Vorstellung am Sonnabend, 18. Juli 2020, beginnt bereits am kommenden Freitag unter anderem in den HAZ-Ticketshops.

Wie es danach weitergeht, ist derzeit offen: Der NDR weiß noch nicht, wie viel Geld er in den Jahren 2021 bis 2024 für solche Veranstaltungen zur Verfügung haben wird, weil über die Höhe der Rundfunkbeitrags für diese Periode noch nicht entschieden ist. „Wir können jetzt noch nicht seriös sagen, ob es mit dem Klassik Open Air weitergeht“, sagte deshalb Joachim Knuth, der Hörfunkdirektor und designierte Intendant des Senders. Es gebe aber großes Interesse an einer Fortsetzung der Reihe: „Die Leidenschaft und Qualität, mit der hier Oper für alle gemacht wird, ist beispielhaft.“

Sie alle erlebten eine noch einmal stärkere Aufführung als am Donnerstag, als rund 8500 Menschen die verregnete erste Vorstellung verfolgten: Von der leichten Nervosität, die bei der Premiere hin und wieder zu Abstimmungsproblemen geführt hatte, war nichts mehr zu hören.

Sänger lassen keine Wünsche offen

Leidenschaftlich und furchtlos scheint sich etwa Tenor Marco Berti in die Hauptpartien der beiden Opern zu stützen: Das Feuer der Liebe und der Eifersucht, das in Canio („Bajazzo“) und Turiddu („Cavalleria“) immer wieder hell auflodert, ist unmittelbar auch in seiner Stimme zu hören, die zu einem Gradmesser für die hohe Emotionalität des Abends wird.

Bertis Tenor steht so im schönen Kontrast zu seinem lyrischen Kollegen Andrzej Filonczyk (Silvio) und dem finstern Bariton Claudio Sgura (Tonio und Alfio) und ist vor allem ein nun gleichwertiger Partner für die beiden starken Frauen der Opern: Aleksandra Kurzak (Nedda) und Liudmyla Monastyrska (Santuzza) lassen keine Wünsche offen, die man an ihre Partien stellen kann.

Voller Park, tolle Stimmen: Das Klassik Open Air am Sonnabend

Dirigentin Keri-Lynn Wilson erweist sich als souveräne Regisseurin des Klanggeschehen. Auch die Sänger aus dem Mädchenchor, dem Johannes-Brahms-Chor und dem Staatsorchesterchor tönen noch runder und sicherer als am Donnerstag, und die NDR Radiophilharmonie bewährt sich erneut als reaktionsschnelles Opernorchester.

Überraschungsgast: Der Mond

Selbst die ohnehin imposante Kulisse wurde am Sonnabend durch einige Überraschungsauftritte des Mondes noch stimmungsvoller: Passend zur dramatischen Musik riss immer wieder die Wolkendecke auf und gab den Blick frei auf den fast vollen Mond über dem Maschpark – so geriet auch die sechste Folge des Klassik Open Airs zur perfekten Sommeroper.

Insgesamt hat das Opernspektakel in diesem Jahr 25.500 Besucher angezogen. 2018 waren es bei durchweg trockenem Wetter 44.000.

Von Stefan Arndt

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