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17:08 08.03.2019
Letzte Runde: Das Nomos Quartett. Quelle: Jo Titze
Hannover

 Sicher, der Primarius hat inzwischen graue Haare bekommen. Aber von Altersmüdigkeit kann bei diesem Streichquartett keine Rede sein. Vor fast 35 Jahren, im Mai 1984 hat das Nomos Quartett sein erstes Konzert gegeben. „Griff zu den Sternen“ stand damals über einer begeisterten Kritik in dieser Zeitung. Seither hat sich das Ensemble ein riesiges Repertoire aufgebaut. Allein für die Konzertreihe „Aus dem Innersten“, die das Nomos Quartett seit gut 17 Jahren organisiert, haben die Musiker mehr als 150 Werke einstudiert. Doch nun ist ein Ende in Sicht: Am Dienstag startet das Quartett seine Abschiedssaison im Kleinen Sendesaal. Insgesamt vier Konzerte wird es in Hannover noch geben. Am 30. November verabschiedet sich dass Nomos Quartett dann mit einem letzten Auftritt im Sprengel-Museum aus dem Konzertleben.

Ein glückliches Quartett

„Wir hören nicht frustriert auf, wir wollen ein Finale mit voller Kraft“, sagt der erste Geiger Martin Dehning und fängt begeistert und leidenschaftlich an, von Beethoven zu schwärmen, der in der Abschiedsreihe regelmäßig zu hören sein, von den neuen Werken, die das Quartett gespielt hat. Das Programm am Dienstag, sagt der Geiger, sei eines der anspruchsvollsten, dass sie je gespielt hätten. Und das Leuchten seiner Augen verrät, dass ihm das keine Furcht, sondern große Freude macht.

So spricht keiner, der die Freude an seinem Tun verloren hat. „Quartettspielen macht glücklich“, sagt dann auch Cellistin Sabine Pfeiffer, und die übrigen drei nicken sofort zustimmend. Die Lust, nach den Sternen zu greifen, scheint bei diesen Musikern mindestens so frisch wie vor dem ersten Konzert.

Alternative zum Orchester

Und doch soll nun Schluss sein. „Das Leben hält noch so viel anderes bereits“, sagt Bratscherin Friederike Koch, die wie Dehning und Pfeiffer zu den Gründungsmitgliedern gehört. Meike Bertram, seit sechs Jahren die zweite Geigerin, könnte dem Alter nach ein Kind der Urbesetzung sein. Aber auch sie ist mit dem Abschied einverstanden.

Gegründet wurde das Quartett in einer Zeit, in der viele junge klassische Musiker Alternativen zum Beruf des Orchestermusikers suchten. Freiheit und Selbstbestimmung waren auch für die Mitglieder des Nomos Quartetts wichtige Stichwörter. Weil es an den Musikhochschulen damals keine Abteilungen für Kammermusik gab, suchten sie sich ihre eigenen Lehrmeister. Nikolaus Harnoncourt vermittelte ihnen das, was man heute historisch informierte Aufführungspraxis nennt. Und mit dem großen ungarischen Komponisten György Kurtág studierten sie Beethoven.

Die Kombination von Werken aus verschiedenen Zeiten und Genres wurde so zu einem Markenzeichen des Quartetts. Das prägt auch die letzte Reihe von „Aus dem Innersten“. Termine sind am Dienstag, 12. März, um 20 Uhr im Kleinen Sendesaal sowie am 5. und 19. Mai, 15. und 29. September und 30. November.

Von Stefan Arndt

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