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Nach „Flugscham“ kommt „Zugprahlen“: Schwedischer Sprachrat adelt neue Wörter zum Klimawandel

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18:22 27.12.2019
Zugprahlen ist nicht immer ökologisch in Ordnung: Dampfloks der Schmalspurbahn. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Stockholm

Klimastreik, pflanzenbasiertes Fleisch, der Greta-Effekt: In Greta Thunbergs Heimatland Schweden haben Begriffe aus der Klimadebatte die Entwicklung der Sprache 2019 nachhaltig geprägt. Der schwedische Sprachrat Språkrådet nahm gleich mehrere Wörter und Ausdrücke rund ums Klima in seine jährliche Liste zeitgenössischer Neuschaffungen auf, darunter die schwedischen Begriffe für Klimanotlage, Klimadiktatur und Artensterben.

#zugstolz: Der Umwelt zuliebe mit der Bahn fahren

Einige andere Begrifflichkeiten könnten in Zukunft möglicherweise auch stärker in den deutschen Sprachgebrauch Einzug halten, etwa das Verb „tågskryta“, was so viel wie „zugprahlen“ bedeutet und verwendet wird, wenn man der Umwelt zuliebe mit dem Zug statt mit dem Flugzeug reist. Der Hashtag #zugstolz ist in Deutschland bereits vereinzelt in den sozialen Medien zu lesen gewesen.

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Basierend auf dem aufsehenerregendsten Begriff des Vorjahres – „flygskam“ (Flugscham) – sei eine Diskussion um neue Ausdrücke entstanden, die sich alle um die Klimafrage drehten, teilte das schwedische Sprachinstitut ISOF mit. ISOF-Sprachexperte Ola Karlsson schrieb dazu, 2019 sei das Jahr gewesen, in dem „die Debatte über den Klimanotstand der Erde wirklich explodiert ist“.

2018 nahm der schwedische Sprachrat Språkrådet den Begriff Flugscham in seine Jahresliste neuer Wörter auf. Er umschreibt das neue Unbehagen an Reisen im Flugzeug – wegen des hohen CO Quelle: Federico Gambarini/dpa

„smygflyga“: Flugscham mit Folgen

Herausgekommen ist dabei unter anderem „smygflyga“. Das Verb umschreibt, dass man zwar fliegt, die Wahl des Transportmittels aber aus Angst vor Flugscham verheimlicht. Apropos Flugscham: Dieser Begriff habe sich 2019 auch in anderen Sprachen einen Platz geschaffen und sei unter anderem ins Englische, Deutsche, Spanische, Französische und Niederländische exportiert worden, so Karlsson.

„Popcorn-Hirn“ umschreibt Folgen des Smartphone-Einsatzes

Auch andere Aufregerthemen und technologische Entwicklungen finden sich auf der Liste der Schweden wieder. Unter den 35 Ausdrücken sind auch „antivaxxare“, was einen Impfgegner umschreibt, sowie „deepfake“ und „hybridkrig“ (Hybridkrieg). Ein besonderes Schmankerl ist „popcornhjärna“, was übersetzt „Popcorn-Hirn“ heißt: Damit ist ein Zustand gemeint, in dem das Gehirn etwa beim Gebrauch des Smartphones mit verschiedenen Sinneseindrücken gleichzeitig fertigwerden muss.

Mit der Neuwortliste macht der Sprachrat auf Begriffe aufmerksam, die im abgelaufenen Jahr entweder neu geschaffen oder deutlich häufiger verwendet wurden. Nicht alle von ihnen sind komplett neu. Sie sollen vielmehr etwas über das vergangene Jahr und sprachliche Trends aussagen.

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Von Steffen Trumpf