Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Sonja Anders und Laura Berman bringen neue Künstler mit
Nachrichten Kultur Region Sonja Anders und Laura Berman bringen neue Künstler mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 26.04.2019
Demnächst wieder in Hannover auf der Bühne: Sabine Orléans
Demnächst wieder in Hannover auf der Bühne: Sabine Orléans Quelle: Kerstin Schomburg
Anzeige
Hannover

 Kommt eine neue Intendantin an ein Theater, kommt auch ein neues Ensemble in die Stadt. So ist das auch beim Wechsel der Leitung bei Oper, Ballett und Schauspiel in Hannover. Neu im Opernensemble sind 16 Sängerinnen und Sänger, zehn Mitglieder des alten Ensembles werden bleiben, beim Tanzensemble werden 13 neue Tänzerinnen und Tänzer nach Hannover kommen, aus dem alten Ensemble von Jörg Mannes werden acht Tänzerinnen und Tänzer übernommen. Das Schauspielensemble wird um fünf Stellen erweitert, insgesamt sind 29 Stellen besetzt, drei Schauspieler aus dem alten Ensemble werden bleiben.

Eine wichtige Stelle bleibt beim Neustart allerdings unbesetzt: Ein Nachfolger für Hannovers Generalmusikdirektor Ivan Repusic ist noch nicht in Sicht. Umso interessanter könnten die Sinfoniekonzerte des Staatsorchesters werden: Mit Constantin Trinks, Kevin John Edusei und einigen anderen stellen sich mögliche Kandidaten für den Posten vor, den Laura Berman möglichst in ihrer zweiten Spielzeit besetzen will.

Die jetzt engagierten neuen Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer, Schauspielerinnen und Schauspieler bringen alle interessante (Lebens-)Geschichten mit nach Hannover. Einige von Ihnen erzählen wir hier:

Miriam Maertens Quelle: Kerstin Schomburg

Miriam Maertens kennt Dramatik auch jenseits der Bühne. Sie leidet an der unheilbaren Autoimmunerkrankung Mukoviszidose, bei der vor allem die Lunge geschädigt wird. Trotz ständiger Atemnot hat sie sich früh entschieden, Schauspielerin zu werden. Was vielleicht auch daran liegt, dass sie aus einer Schauspielerfamilie stammt. Sie ist die Tochter von Peter Maertens und die Enkelin von Willy Maertens und Charlotte Kramm. Auch ihre älteren Brüder Kai und Michael sind Schauspieler. Fast alle in ihrer Familie sind am Hamburger Thalia Theater aufgetreten.

Vor sieben Jahren hat Miriam Maertens eine Spenderlunge erhalten. Über ihr Leben hat sie ein Buch geschrieben. Im Oktober 2018 erschien „Verschieben wir es auf morgen“ im Ullstein-Verlag. Zum Erscheinen des Buches hat sie mehrere Interviews gegeben. In einem sagt sie: „Ich bin so versessen auf dieses Leben.“

Sabine Orleans Quelle: Kerstin Schomburg

Sabine Orléans kennt man bereits in Hannover. Seit der Spielzeit 2005/06 gehörte sie dem hannoverschen Schauspielensemble an. In der Spielzeit 2013/14 wurde sie festes Ensemblemitglied am Schauspiel Köln. Jetzt kehrt sie nach Hannover zurück, wo sie an der Hochschule für Musik, Medien und Theater auch zur Schauspielerin ausgebildet wurde. Sabine Orléans stand schon auf der Bühne des Wiener Burgtheaters, der Salzburger Festspiele, dem Schauspielhaus Bochum und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Auch spielte sie oft in Filmen und Fernsehserien mit.

Ruby Commey Quelle: Kerstin Schomburg

Ruby Commey gehört seit kurzem zu den bekanntesten Gesichtern im Lande. Sie spielt in dem aufsehenerregenden und umstrittenen „Deutschland“-Clip von Rammstein eine tragende Rolle. Im Wortsinn: Als „Germania“ hält sie den abgetrennten Kopf von Rammstein-Sänger Till Lindemann in ihren Händen und küsst ihn. In den ersten 15 Stunden nach Veröffentlichung wurde das „Deutschland“-Video bei YouTube über fünf Millionen Mal aufgerufen. Ruby Commey wurde 1991 in Berlin geboren. An der Universität der Künste Berlin hat sie ihr Schauspielstudium absolviert.

Rosario Guerra Quelle: Sven Marquardt

Rosario Guerra ist einer der profiliertesten Tänzer seiner Generation. Das hat er auch Hannovers neuem Ballettdirektor Marco Goecke zu verdanken: Guerra hat die Titelpartie in dessen Stück „Nijinski“ getanzt – ein Werk, das 2016 den internationalen Durchbruch für den Tänzer und den Choreografen markiert. In einer neuen Version mit Orchester ist „Nijinski“ bald auch in Hannover zu erleben. Natürlich mit Guerra in der Hauptrolle.

Barno Ismatullaeva Quelle: Sven Marquardt

Barno Ismatullaeva stammt aus Usbekistan. Die Karriere der Sopranistin kam ins Rollen, als sie beim Internationalen Gesangswettbewerb in Moskau nicht nur den ersten Preis, sondern auch den Sonderpreis für das beste „Ave Marie“ gewonnen hat. Nach Engagements in Taschkent und Moskau gastierte sie unter anderem in Salzburg und Nürnberg. In Hannover gehört sie nun zum ersten Mal fest zu einem Ensemble im Westen.

Nils Rovira-Munoz Quelle: Kerstin Schomburg

Nils Rovira-Muñoz ist bereits in Hannover zu sehen, bevor die Spielzeit überhaupt begonnen hat. Allerdings nicht auf der Bühne des Schauspielhauses, sondern im Kino, etwa dem Kino am Raschplatz, wo zur Zeit der Film „Goliath 96“ läuft. In dem Kinodebüt von Ulrich Sonnenschein spielt Nils Rovira-Muñoz einen jungen Mann, dem alles zuviel geworden ist. Er schließt sich in seinem Zimmer ein, um so der Welt zu entfliehen. Irgendwann beginnt seine Mutter (gespielt von Katja Riemann) unter einem Pseudonym mit ihm über die sozialen Medien Kontakt aufzunehmen. Nils Rovira-Muñoz wurde 1991 in Berlin geboren. Dort hat er von 2011 bis 2015 die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch besucht.

Von Ronald Meyer-Arlt und Stefan Arndt