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Roman : Ulrike Gerold und Wolfram Hänel: „Allee unserer Träume“

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15:45 12.05.2019
c Quelle: c
Hannover

Was für ein großes Thema: Eine junge Architektin will sich nach dem Krieg am Wiederaufbau (Ost-)Berlins beteiligen. Sei hat einige gute Ideen für Arbeiterwohnungen, wie sie im Zentrum der Stadt entstehen könnten. Da sie im Krieg (kurz nur) – mit einem Nazi verheiratet war, muss sie nun die Identität ihrer im Krieg gestorbenen Schwester annehmen. Kaum präsentiert sie ihre Entwürfe für die neue Straße, taucht deren Mann auf – und spielt das Spiel der Architektin mit.

Da ist so viel drin: die Aufbruchsstimmung in der deutschen Nachkriegszeit, die Utopie von einem anderen Leben und einem anderen Bauen, die Schwierigkeit einer Frau, sich in einem männerdominierten Beruf durchzusetzen. Es geht um Fragen der Identität, um den Traum von einer besseren Welt und um die Liebe: Wie ist es, mit einem Mann zusammenzuleben, der eigentlich die gestorbene Schwester liebt? Wie schafft man es, die eigenen Ideen gegen Widerstände durchzusetzen? Und bewähren sich die Ideale vom neuen Bauen auch in der Wirklichkeit?

„Helmuts anerkennende Blicke“

Das in Hannover lebende Autorenpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel tippt in seinem neuen Roman „Allee unserer Träume“ viele große Themen an. Allerdings wirken die Figuren blass, die Dialoge hölzern und die Handlungsstränge oftmals arg konstruiert. Einmal gibt Ilse, die Architektin, auf dem Schwarzmarkt „ein kleines Vermögen“ für neue Schuhe aus. Und als die die neuen Schuhe „schwarz, mit halbhohen Absätzen“ das erste Mal trägt, heißt es: „Helmuts anerkennende Blicke entschädigten sie mehr als genug für den schmerzhaften Druck des noch steifen Leders.“ Aua.

Das klingt wie auch einem billigen Kolportageroman – und wird einer Figur, die stark gedacht ist, gar nicht gerecht. Manchmal verlieren die Autoren ihr Thema, wie eine starke Frau ihre Utopie vom Wohnen und vom Leben umsetzt, einfach aus den Augen. Dann ist „Allee unserer Träume“ ein Unterhaltungsroman – der nicht unterhält.

Ulrike Gerold, Wolfram Hänel: „Allee unserer Träume“. Ullstein, 556 Seiten. 11 Euro.

Von Ronald Meyer-Arlt

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