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Schauspiel und Oper präsentieren nach 100 Tagen mit Laura Berman und Sonja Anders gute Besucherzahlen

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20:00 25.11.2019
Gut angekommen: Hannovers Intendantinnen Laura Berman (links) und Sonja Anders. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Nach 100 Tagen wird gern Bilanz gezogen. Das ist nicht nur bei Trainerinnen und Politikerinnen so, sondern auch bei Intendantinnen. Sonja Anders im Schauspiel und Laura Berman in der Oper haben das gemeinsame Theaterfest am letzten Tag im August als Startpunkt genommen und können nun, 100 Tage später, auf einen erfolgreichen Start an ihren Häusern zurückblicken.

Am Schauspiel freut man sich über Auslastungszahlen von 77 Prozent im September und 73 Prozent im Oktober. Und der November soll sich auch recht gut entwickelt haben. Obgleich Studenten freien Eintritt in alle Spielstätten haben, sind die Einnahmen aus dem Kartenverkauf im Schauspiel sogar kräftig gestiegen – ohne dass es eine Anhebung der Kartenpreise gegeben hätte. Im Schauspielhaus hat man nachgerechnet und verkündet stolz das Ergebnis: „Die Einnahmen im Oktober 2019 wurden innerhalb der zurückliegenden 15 Jahre nur einmal erreicht, und zwar im Oktober 2008, der letzten Spielzeit von Wilfried Schulz“, heißt es in einer Pressemitteilung des Theaters.

„Orlando“ am Schauspiel Hannover. Quelle: Kerstin Schomburg

Besonders stark war das Interesse der Zuschauer an „Orlando“ in der Regie von Lily Sykes (99 Prozent Auslastung) und „Werther“ in der Regie von Lilja Rupprecht (83 Prozent), auch „Dark Room“ in der Regie von Ran Chai Bar-zvi (99 Prozent) und „Nackt über Berlin“ in der Regie von Matthias Rippert (85 Prozent) sowie „Antigone. Ein Requiem“ in der Regie von Marie Bues (86 Prozent) kamen gut beim Publikum an.

Statistik und Ränge

Die Oper, die in den vergangenen Jahren immer etwas besser besucht war als das Schauspiel, kann bei den Besuchen keine Steigerung präsentieren – wohl aber einen für Intendantin Laura Berman erfreulich konstanten Wert. Die Auslastung im Opernhaus ist zwar gegenüber demselben Zeitraum in der vergangenen Spielzeit von 84,1 Prozent auf 73,2 gesunken. Allerdings war bei den Vorstellungen im vergangenen Jahr oft der dritte Rang geschlossen, in dem rund 10 Prozent aller 1200 Plätze im Haus stehen. Darum halten Zuschauerzahlen und Einnahmen dem Vergleich mit der Vorsaison besser stand: Bislang waren 42.200 Besucher in der Oper, im vergangenen Jahr waren es – bei sechs Vorstellungen mehr – 48.600.

„La Juive“ an der Staatsoper. Quelle: Sandra Then

Obwohl es der wichtigen Auslastungsstatistik schadet, will Berman den dritten Rang aber weiter offenhalten. „Ich schaue mir gern an, welche Plätze genau belegt sind, und nicht nur die nackten Zahlen“, sagt sie. Gerade in den Rängen hat sie dabei ein großes Interesse beobachtet: „Unsere Zuschauer möchten offensichtlich lieber ganz oben sitzen als ganz hinten im Parkett.“ Und weil die Eintrittspreise in diesen Kategorien gleich sind, will sie sich diesen Wünschen nicht verschließen.

„Beginning“ von Marco Goecke an der Staatsoper. Quelle: Andreas J. Etter

Die meisten Besucher kann die Intendantin bei der ersten Produktion ihres neuen Ballettdirektors Marco Goecke verbuchen: „Beginning“ hat bislang 9600 Zuschauer gehabt. Die inzwischen bereits abgespielte Eröffnungsproduktion „La Juive“ haben 8000 Menschen gesehen – und es hätten wohl noch mehr sein können: Bei den letzten ausverkauften Vorstellungen standen Interessierte mit „Suche Karte“-Schildern vor dem Opernhaus.

Ein Ende der positiven Entwicklung ist nicht in Sicht: Bei „Tosca“ wurden bislang 7000 Besucher gezählt, die ersten Sinfoniekonzerte haben 6000 Zuhörer gehabt. Die vergleichsweise populäre Produktion „Märchen im Grand Hotel“ ist gerade erst angelaufen – und am 13. Dezember hat mit „Nijinski“ schon die nächste große Ballettproduktion Premiere.

Die Neugier ist groß

Insgesamt 27 Neuproduktionen, darunter zwölf Ur- und Erstaufführungen, stehen im Schauspiel in der gesamten ersten Spielzeit auf dem Programm, in der Oper kommt man in der Saison auf 26 szenische Produktionen. Dazu gibt es Konzerte, Übernahmen von anderen Theatern, Gastspiele und interessante neue Formate. „Eine hohe Schlagzahl an Premieren und Neuproduktionen sowie zahlreiche Gastspiele und Sonderveranstaltungen bringen den Theaterbetrieb in dieser Zeit an die Leistungsgrenze“, sagt Sonja Anders. In der Oper und beim Ballett ist es genauso. Die Anstrengungen aber zahlen sich aus: Die Neugier des Publikums ist groß.

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