Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Katharina Wackernagel stellt ihren Film in Hannover vor
Nachrichten Kultur Region

Schauspielerin als Regisseurin: Katharina Wackernagel stellt ihren Film „Wenn Fliegen träumen“ in Hannover vor

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:29 25.06.2019
Katharina Wackernagel stellt ihren neuen Film „Wenn Fliegen träumen“ im Kino am Raschplatz vor. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Vor der Kamera kennt sich Katharina Wackernagel bestens aus. Seit 2009 verkörpert die Schauspielerin die Kommissarin Nina Petersen, die in der gleichnamigen ZDF-Serie rund um Stralsund ermittelt. Und auch sonst war Wackernagel bereits in so ziemlich allen wichtigen deutschen TV-Krimireihen präsent, sei es Tatort, Polizeiruf 110 oder Bella Block.

Wackernagel stammt aus einer Schauspieler- und Künstlerfamilie: Ihr Onkel ist der Autor, Schauspieler (und ehemalige RAF-Terrorist) Christof Wackernagel, ihr Bruder Jonas Grosch arbeitet als Regisseur und Autor, ihre Mutter Sabine ist ebenfalls Schauspielerin, die unter anderem vier Jahre lang am Staatstheater Hannover als Mrs. Higgins in „My Fair Lady“ auf der Bühne stand. Auch Katharina Wackernagel hat bereits in Hannover gearbeitet. 2003, im Jahr, in dem sie durch die beiden Filme „Das Wunder von Bern“ und „Das Wunder von Lengede“ einem breiteren Publikum bekannt wurde, übernahm sie eine Hauptrolle bei der Kurzfilmproduktion „Breitengrad“, für die die hannoversche Regisseurin Franziska Stünkel das Drehbuch geschrieben hatte.

Anzeige

Wie es ist, auf der anderen Seite zu stehen, hinter der Kamera, das weiß Wackernagel jetzt auch. Unter ihrer Leitung entstand der Film „Wenn Fliegen träumen“,

Hier der Trailer:

der jetzt in Hannover im Kino am Raschplatz vorgestellt wurde. Das Drehbuch stammt von ihrem Bruder Jonas. Zwar haben die beiden schon bei anderen Filmen zusammengearbeitet, aber nun hatte das erste Mal die große Schwester am Set das Sagen.

Der Schnitt kann viel erzählen

„Die Regie hat mich sehr gefordert“, sagt Wackernagel nach der Filmvorführung, „ich war vorher immer sehr kritisch mit Regisseuren und habe ich mich oft gefragt, was daran so schwer sein soll.“ Nun wisse sie: Es ist doch schwer, das Regieführen. Auch als Schauspielerin habe sie die Erfahrung weitergebracht. „Ich dachte immer, dass ich als Darstellerin bestimme, was meine Figur ausmacht, und fand es dürftig, wenn Regisseure Varianten drehen wollten.“ Es gebe zwar solche, die bereits am Set genau wissen, wie der fertige Film aussehen soll, und die dann nur die Szenen drehen, die sie brauchen, so Wackernagel. „Aber ich bin froh, dass wir viel Material gedreht haben, von dem ich vor Ort noch nicht ahnte, wofür wir das brauchen könnten.“

Am meisten begeistert und gleichzeitig überrascht habe sie das Schneiden des Films. „Der Schnitt kann noch so viel erzählen“, sagt sie. Plötzlich müsse man von eigentlich gesetzten Szenen eine Variante nehmen oder auf sie komplett verzichten, etwa wenn die Geschichte in Schwung kommen soll.

In ihrer neuen Rolle musste Wackernagel ihre Darsteller davon überzeugen, eben doch mal die eine oder andere Variante zu drehen. „Manchmal war es für mich schwer zu verstehen, warum das jetzt nicht geht.“ Aber jeder Darsteller habe seinen eigenen Ansatz. „Die sind alle ihre eigenen kleinen Universen“, sagt Wackernagel. Nur eines hatte sie sich vorher fest vorgenommen: „Ich wollte meinem Team nichts vorspielen nach dem Motto ,so und so will ich das‘.“

Mit der Feuerwehr nach Norwegen

Manches Mal habe ihr schon der Kopf geraucht. Das merkt man dem Film durchaus an. „Wenn Fliegen träumen“ erzählt von der einsamen Psychotherapeutin Naja (Thelma Buabeng) und ihrer suizidgefährdete Halbschwester Hannah (Nina Weniger), die sich in einem Feuerwehrauto auf den Weg nach Norwegen machen. Unterwegs sammeln sie den Spanier Carlos auf, der seine finnischen Wurzeln entdecken will. Verfolgt werden sie von Najas Therapiegruppe. Es geht um Leben, Einsamkeit und, klar, Tod. Die Spielfreude der Beteiligten ist offensichtlich. Doch was will der Film sein – schräges Roadmovie, melancholische Komödie, ernsthaftes Drama? Er ist alles ein bisschen – und nichts richtig.

„Wenn Fliegen träumen“ läuft von Donnerstag an täglich um 19.30 Uhr im Kino am Raschplatz.

Von Dirk Kirchberg

Anzeige