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Schnitzeljagd durch Linden: Das „Büro für Eskapismus“ zeigt „Dritter.Vierter.77“

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10:26 21.07.2019
Autor Jan Fischer auf Rätsel-Tour in Linden. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Es ist nur ein Fahrrad – für Frank aber ist es ein Hinweis auf seine große Liebe Silke. Die verschwand am 3. April 1977 spurlos. Und taucht 2019 mit ihrem Fahrrad plötzlich, nicht gealtert, an der Benno-Ohnesorg-Brücke wieder auf. Da Frank verhindert ist, müssen die Teilnehmer des von der neu gegründeten Theatergruppe „Büro für Eskapismus“ inszenierten „Dritter.Vierter.77“ einspringen.

Silke macht es ihnen nicht unbedingt einfach: Es gilt, quer durch Linden Hinweise zu finden, Zahlenschlösser zu knacken, Codes aus Büchern zu extrahieren, Zahlen zu verdrehen und Stadtpläne zu entschlüsseln. Aus den Hinweisen müssen die Teilnehmer eine Geschichte zusammensetzen, die irgendwo zwischen Science-Fiction, Liebesgeschichte und zeitgeschichtlichem Sozialdrama angesiedelt ist. „Dritter.Vierter.77“ ist damit – trotz deutlicher Anleihen bei den Rätselmechanismen – kein Escape Room.

Dreiecksgeschichte zwischen Physikern

Ein Fahrrad ist der Ausgangspunkt für die Rätsel-Tour. Quelle: Moritz Frankenberg

Die Rätsel liefern hier nicht den Grund für Geschichte, sondern umgekehrt. Es geht nicht primär um die Rätsel, sondern darum, die Dreiecksgeschichte zwischen den Physikern Frank, Silke und Christoph nachzuvollziehen, die Motivationen der Figuren zu verstehen.Trotz der digitalen Kommunikation mit Frank sind die Rätsel dabei durchweg analog und mehr oder weniger in die Stadtraum eingebunden – eine dieser Geschichten eben, die im Laufe der Jahrzehnte in den Straßen passiert sind.

Gut zweieinhalb Stunden dauert die Jagd durch Linden, zwei Kilometer Fußweg werden dabei zurückgelegt. Idee und Konzept stammen von Miriam Wendschoff, die auch als Dramaturgin fungiert. Zusammen mit Katharina Laage als Szenographin und Stefanie Schweizer als Autorin des Büro für Eskapismus haben sie sich mit dem Projekt der Inszenierung von immersivem Theater und der Gamification verschrieben."

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Am Ende: ein Cliffhanger

Die ist mindestens eine ungewöhnliche theatrale Nachmittagsaktivität. Möchte aber auch mehr als das und mehr auch als ein normaler Escape Room sein. Das schafft die Produktion hauptsächlich über die detaillierte und charmant ausgestalteten Geschichte – die selbst eigentlich das große Rätsel ist, das entschlüsselt werden muss. Selbstverständlich endet „Dritter.Vierter.77“ als erste Episode mit einem Cliffhanger – die zweite Episode startet im Herbst.

„Dritter.Vierter.77“ kann ab dem 20. Juli für Gruppen bis zu 12 Personen online gebucht werden: https://www.buero-fuer-eskapismus.de

Von Am Ende Jan Fischer

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