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Schwarze Komödie: „Dänische Delikatessen“ im Neuen Theater

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12:00 10.05.2019
Haxe im Angebot? Daniela Kahle in „Dänische Delikatessen“ im Neuen Theater Quelle: Oliver Vosshage
Hannover

Es gibt Situationen im Leben, da ist es durchaus von Vorteil, Vegetarier zu sein: Wenn man auf der Autobahn einen vollen Tiertransporter überholt, zum Beispiel, wenn ein neuer Gammelfleisch-Skandal aufgedeckt wird – oder wenn man im Theater sitzt und „Dänische Delikatessen“ läuft. Das Stück, das von Jan Bodinus und Florian Battermann für die Bühne bearbeitet wurde, basiert auf dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen. Jetzt ist es im Neuen Theater zu sehen.

Irre Metzger

Erzählt wird die Geschichte von Svend und Bjarne, zwei Verlierertypen aus der dänischen Provinz. Der eine leidet unter einem krankhaften Minderwertigkeitskomplex, weil er abnormal viel schwitzt, der andere ist völlig lethargisch, seit er vor sieben Jahren seine Frau und seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat. Um ihrem tyrannischen Chef zu entkommen, gründen die beiden ihre eigene Metzgerei – doch die Kunden bleiben aus. Erst, als versehentlich ein Handwerker zu Tode kommt und Svend ihn in seiner Panik filetiert, brummt der Laden: Sein „Hühnchen in Marinade“ wird zum Verkaufsschlager. Also muss Nachschub her – und ohnehin gibt es da den einen oder anderen Zeitgenossen, der dem irren Metzger schon lange auf die Nerven geht …

Die Inszenierung am Neuen Theater kommt mit sechs Darstellern aus, von denen vier in gleich mehrere Nebenrollen schlüpfen. Vor allem Daniela Kahle und Mandy-Marie Mahrenholz erweisen sich dabei als sehr wandlungsfähig. Auch die beiden Hauptrollen sind mit Armin Riahi als Svend und Jan Felski als Bjarne toll besetzt. Trotz der weitgehend schematisch-zweidimensionalen Zeichnung der Figuren gelingt es ihnen, bei ihren Charakteren eine Entwicklung aufzuzeigen. So wird Svend zusehends wahnsinniger, was sich eindrucksvoll in seiner Mimik widerspiegelt. Die Emanzipation des anfänglichen Mitläufers Bjarne von seinem mörderischen Freund wird bei Jan Felski körperlich und stimmlich greifbar. Am Ende ist es der vermeintlich Schwächere von beiden, der einen Ausweg aus dem Dilemma findet.

Bitterböse und unappetitlich

Die Dialoge wirken am Beginn des Stückes etwas hölzern – vor allem, als in wenigen Sätzen die Vorgeschichte mit dem tyrannischen Metzgerchef erzählt werden muss. Das hätte man eleganter lösen und dabei dem Zuschauer ruhig mehr zutrauen können. So richtig in Fahrt kommt das Stück sowieso erst nach einer guten halben Stunde mit der ersten Leiche. Ab da ist „Dänische Delikatessen“ eine bitterböse und ziemlich unappetitliche schwarze Komödie – bei der sich jedoch nicht nur die Vegetarier köstlich amüsieren werden.

Bis zum 6. Juli im Neuen Theater.

Von Juliane Moghimi

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