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Region Sprengel Museum zeigt Ansichten vom Berg Fuji
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Spectrum Preis für Fotografie: Ausstellung von Fiona Tan im Sprengel Museum

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16:54 19.09.2019
Der Berg taucht auf: Szene aus Fiona Tans Videoarbeit: „Ascent“. Quelle: Fiona Tan
Hannover

Der Berg ruft. Im Zentrum der Ausstellung von Fiona Tan in der großen Wechselausstellungshalle des Sprengel Museums steht Japans heiliger Berg, der Fuji-san. In 600 Einzelfotos ist der berühmte Gipfel hier zu sehen, von allen Seiten, zu allen Tageszeiten mit verschiedenen Menschen, Häusern, Fahrzeugen im Vordergrund, mal verschwommen, mal klar, mal sehr präsent, mal etwas versteckt.

Keines der 600 Fotos der 77-minütigen Videoarbeit „Ascent“ hat Fiona Tan selbst aufgenommen – trotzdem wird sie jetzt mit einem der wichtigsten Fotopreise ausgezeichnet. Die in Indonesien geborene Künstlerin, die in Amsterdam lebt, erhält den mit 15.000 Euro dotierten Spectrum-Preis für Fotografie. Zum Preis, den die Stiftung Niedersachsen verleiht, gehört ein Künstlerbuch und eine Ausstellung im Sprengel Museum. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben – unter den Gewinnern waren bisher Robert Adams, Thomas Struth, John Baldessari, Boris Mikhailov und Rineke Dijkstra.

An der Grenze zwischen Foto und Film

Fiona Tan ist eine Fotokünstlerin, die nach der Grenze zwischen Foto und Film fragt, die Fotos in neue Zusammenhänge stellt und die für ihre Werke tief in der Geschichte recherchiert. Fünf ihrer Arbeiten sind jetzt in der Ausstellung „Goraiko“ (was soviel wie „Ankunft des Lichts“ heißt) im Sprengel Museum zu sehen.

Ansichten vom Berg: Fiona Tan stellt im Sprengel Museum aus. Quelle: Moritz Frankenberg

Für ihre Arbeit mit Ansichten des Fuji-san, die in der Ausstellungshalle in einem veritablen Kino mit sechs Sofas und einer beeindruckend großen Leinwand zur Aufführung kommt, hat sie in Japan nach Privatbildern mit dem berühmten Gipfel gefragt. Mehr als 4000 Fotos hat sie erhalten. Mit den 600 Fotos, die sie ausgewählt hat, erzählt sie eine dialogische Geschichte, in der auch der Aufstieg auf den Berg eine gewisse Rolle spielt. Neben dem Vorführraum stellt sie weitere 151 Einzelfotos zum Thema aus. Damit verschärft sie die Frage nach dem Wert des Einzelbildes ein wenig.

Sakrale Aura

Wie die Künstlerin mit unterschiedlichen Perspektiven arbeitet, zeigt auch das frühe Werk „Tomorrow“, mit dem der Besucher beim Gang in die Ausstellungshalle empfangen wird. Auf einer großen Leinwand ist ein Gruppenbild von Teenagern zu sehen. Die jungen Leute, die Fiona Tan in einem Vorort von Stockholm aufgenommen hat, schauen offen und manchmal auch ein bisschen gelangweilt in die Kamera, die an der Gruppe entlangfährt. Vor der Leinwand hängt eine weitere Leinwand, auf der die Schüler, von denen die meisten offensichtlich einen Migrationshintergrund haben, dann in Einzelporträts zu sehen sind. Das ist ja das, was Schüler in diesem Alter umtreibt: Teil der Gruppe, aber auch alleine stark zu sein. Und zwar egal, wo sie herkommen und wo ihre Eltern geboren sind.

Das Werk „Tomorrow“: Eine Videoinstallation von Fiona Tan im Sprengel Museum. Quelle: Moritz Frankenberg

Die Fotoinstallationen von Fiona Tan sind aufklärerische Arbeiten – in der Ausstellung im Sprengel Museum, die das Halbdunkel feiert und große Räume schafft, erhalten sie fast eine sakrale Aura.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Januar 2020 im Sprengel Museum in Hannover zu sehen.

Von Ronald Meyer-Arlt

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