Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Sprengel-Museum zeigt neue Bilder zeitgenössischer Künstler
Nachrichten Kultur Region Sprengel-Museum zeigt neue Bilder zeitgenössischer Künstler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 26.03.2019
Vielfältige Monochromie: „William ist zurück“ von Peter Heber –und der Künstler in der Ausstellung des Sprengel-Museums. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Dramatisch scheint die Explosion der Elemente, dramatisch sind die Farbverläufe, gigantisch ausgreifend die gestischen Schwünge dieses Künstlers, bisweilen über sieben Meter Leinwand hinweg – mit diesem Riesentriptychon empfängt Peter Heber die Besucher seiner Ausstellung im Sprengel-Museum.

Sieht so der Urknall aus? Die Apokalypse? Eine Orgie aus Farbe und Kontur? „Vielleicht kann einem so ja das Abendlicht vorkommen“, sagt Peter Heber selbst, „das warme Gelb der untergehenden Sonne.“ Dabei hat er keinen Abendhimmel abgemalt. Doch Naturlichtspiele sind es allemal, die der in Hannover lebende Künstler auf seine meist großformatigen Leinwände bannt, und das in aller Regel im Wissen um kunstgeschichtliche Vorläufer. So trägt dieses Bild den Titel „William ist zurück“, eine Anspielung auf William Turner, der auf seinen Leinwänden gleichfalls großartige Lichtspiele aufführt - und dafür, durchaus verkürzend, meist als romantischer Landschaftsmaler eingeordnet wurde.

„Die Natur ist das Thema aller Künstler, die wir jetzt zeigen“, sagt Karin Orchard, die Grafik-Expertin des Sprengel-Museums und in diesem Fall auch Kuratorin von gleich zwei Kunstschauen - der Malerei-Ausstellung mit Werken von Peter Heber sowie der Präsentation von vier weiteren Künstlern in der Reihe „Viermal Neues auf Papier“. „Bei allen geht es um Naturformen, Botanisches, Florales und Organisches, um Rurales und um Landschaftsformationen.“

Naturbilder? Für einige der Künstler mag das im ganz landläufigen Sinne gelten. Bei Peter Heber dagegen geht es eher um die Natur der Malerei selbst, die Strategien, Techniken und das Handwerkszeug des Künstlers, die Chemie und die Physik, die Mechanik und die Thermik, aus deren Zusammenwirken als visuelles Resultat am Ende auch das Kunstwerk entsteht. Mit „William ist zurück“ demonstriert er beispielsweise, wie vielfarbig der Einsatz von nur einer Farbe sein kann, wenn man sie entsprechend vielseitig traktiert. Auf der großen Fläche setzt Heber neben den beiden Nicht-Farben Weiß und Schwarz nur die Naturfarbe Brauner Lack Gelb mit wechselnden Pigmentanteilen ein, traktiert die Flächen teils mit Öl-, teils mit wasserlöslicher Trägersubstanzen, schafft Farbverläufe, indem er die Leinwände senkrecht stellt, befördert oder unterbricht Trocknungsprozesse. So vielfältig kann also Monochromie sein. Und so kann, ganz ohne übersteigertes Sinnstiftungsansprüche, die wortlose, doch beredt bebilderte konkrete Poesie der Malerei aussehen. Wobei sich Heber ausdrücklich auf William Turners luftiges Ziel beruft, den Wind zu malen. „Die größte Schwierigkeit in der Kunst des Malers ist: bewegte Luft darzustellen, wie einige den Wind nennen“, hatte Turner 1810 in seinem Skizzenbüchlein notiert.

Von Bewegung zeugen denn auch die anderen Bilder Peter Hebers im kleinen Fokus-Raum des Sprengel-Museums – was schon Bildtitel wie „Millets Wirbel“, Starkregen“ oder „Quantenschaum“ ahnen lassen. Und wer von dort zu den Grafikräumen mit den vier anderen Künstler geht, kommt in der Museumsstraße noch an einem Werk des Künstlers von 2009 vorbei, dass davon zeugt, dass Heber vor einigen Jahren mit dickem Pasteau-Auftrag auch Bewegungen in die dritte Dimension vollführt hat.

Details zur Ausstellung: „Peter Heber. Malerei“: Bis 19. Mai. „Viermal Neues auf Papier“: Bis 30. Mai. Eröffnung heute um 18.30 Uhr im Sprengel-Museum, Kurt-Schwitters-Platz.

Von Daniel Alexander Schacht

Ferdinand von Schirach hat mit „Kaffee und Zigaretten“ sein bisher persönlichstes Buch geschrieben

04.03.2019

Vor zehn Jahren ging Tina Turner das letzte Mal auf Welttournee. Ein Musical bringt nun ihr bewegendes Leben mit allen Höhen und Tiefen in Hamburg auf die Bühne: „Tina — das Tina Turner Musical“ wird dabei zum Triumph für Hauptdarstellerin Kristina Love.

04.03.2019

Der Comedian nimmt seine Fans gleichsam zum zweiten Mal auf eine Reise nach Rom mit

03.03.2019