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00:16 30.03.2019
Die Analogues mit ihrer Beatles Show „The White Album“ im Theater am Aegi. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Man hört das Kreischen eines Düsenjets im Theater am Aegi, aus dem Lärm heraus schält sich ein Rocksong: „Back in the USSR“ von den Beatles. Mit der im Surfsound erbrachten ironischen Widmung an den Weltschrecken Sowjetunion, begann 1968 das „Weiße Album“ der Beatles. Gut 50 Jahre später spielt die Tributband The Analogues das Doppelalbum in Hannover live am Stück. Was die Beatles selbst nie taten. 1966 hatten die Liverpooler Goodbye zum Tourstress und Hello zur Studiotüftelei gesagt.

Partystimmung bei „Ob-La-Di, Ob-La-Da“

Die Analogues sind kein optisches Imitat, keine Pilzkopfperücken-Combo – es geht ihnen rein um die Musik. Für deren authentische Wiedergabe stehen den fünf Niederländern Bläser, Streicher, ein Percussionist und eine Harfenistin zur Seite. Für zehn Sekunden gesellen sich bei „Glass Onion“ zwei Flötisten zu den Analogues, bei „Blackbird“ zwitschert einer der Klarinettisten zu Diederik Nomdens Akustikgitarre ins Mikro wie eine Amsel. Der Zirkus Pop erlebt eine Sternstunde: Hereinspaziert und schwer gestaunt! Gespielt wird das alles auf Originalinstrumenten der Sechzigerjahre. Und bei „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ herrscht Partystimmung.

Anders als beim vorherigen Analogues-Programm mit den psychedelischen Musikkolossen „Sergeant Pepper“ und „Magical Mystery Tour“ bietet das songwriterhafte „Weiße Album“ der Band um den Schlagzeuger (und ehemaligen Tommy-Hilfiger-CEO) Fred Gehring einige gestalterische Freiheiten. Man hatte das „Weiße Album“, diese Versammlung aller Klangfarben des Pop, nicht so druckvoll in Erinnerung. „Everybody’s Got Something To Hide Except Me And My Monkey“ kracht heavy ins Aegi. Auch „Birthday“ rockt und natürlich „Helter Skelter“ – der Metal-Urknall. Womöglich hätten so die Beatles live ’68 geklungen.

Der Geist von Bing Crosby

Das Schwelgen in Popklassikern währt bis zum vorletzten „Weißes Album“-Stück „Revolution 9“. Die sperrige Geräuschfetzenkomposition wurde von den Analogues „nachempfunden“, ein neunminütiger Film dazu gedreht. Kurz nach dem quirligen Swing von „Honey Pie“ erscheint die Bild-Ton-Collage als düsterer Gegenwartsspiegel. Das Stück kommt aus der Konserve, kein Musiker ist auf der Bühne. Der hollywoodeske Rauswerfer hinterher ist das krasse Gegenteil: „Good Night“ versammelt das ganze Rockorchester auf der Bühne, und Felix Maginn croont, als sei der Geist von Bing Crosby in ihn gefahren. Das Publikum applaudiert stehend.

Dann noch „I Am The Walrus“, „Penny Lane“ und „Carry That Weight“ unter den Zugaben. Die Älteren verabreden sich im Foyer schonmal für nächstes Jahr - zum „Abbey Road“-Konzert der Analogues. Und ihre Kinder und Enkel sehen mal zufrieden aus statt mitgenommen, wie sonst bei erzwungenen Besuchen bei den Lieblingsmusiken ihrer Altvorderen.

Am 29. und 30. May gastiert Maybebop im Theater am Aegi.

Von Matthias Halbig

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