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Verstorbener Künstler: Drei Austellungen erinnern an Jens Hoff

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18:24 07.10.2019
Jens Hoff (1954–2018) im Jahr 2000 in seinem Atelier. Quelle: Udo Heuer (Archiv)
Hannover

Das passiert nur allzu selten: An drei sehr unterschiedlichen Orten in Hannover wird nahezu zeitgleich das Werk eines einzigen Künstlers ausgestellt. Die Kunsthalle auf dem Faustgelände hat sich mit der Galerie Holbein4 und dem Kunstkreis Laatzen zusammengetan, um die Arbeiten des im vergangenen Jahr verstorbenen Jens Hoff zu zeigen.

Hoff, der 1954 in Hamburg geboren wurde und in Hannover an der Fachhochschule studierte, ist in seiner Wahlheimat kein Unbekannter. Seit 1988 ist sein Werk hier immer wieder ausgestellt worden. In diesem Umfang aber ist es ein Novum. Der melancholisch und getragen wirkende Titel der Ausstellung, „Anfang und Abschied“, meint dabei nicht nur, dass hier eine Lebens- und Arbeitsspanne gezeigt wird. Anfang und Abschied scheint auch in seinen Bildern das Generalthema zu sein.

Zart bewegter Stillstand

Seine großformatigen und gegenständlich gemalten Werke, wie sie in der Kunsthalle in dichter und überzeugender Hängung präsentiert werden, wirken wie überdimensionierte Gouachen. Sie pendeln stets zwischen Zeichnung und Malerei. Mit terpentinverdünnter Ölfarbe komponierte Hoff pastellfarbig eingefrorene Kurzgeschichten, in denen die Menschen oft lakonisch-regungslos und die Landschaften meist bewegt sind. In die Landschaft hineingesetzte Palmen sind nur noch Staffage und nicht mehr Symbole einer Sehnsucht. Anfang und Abschied sind im Werk von Hoff entgegengesetzte Pole, die er zusammenbindet in einen zart bewegten Stillstand. Ein Paradox, das für sein Werk typisch ist.

Die Schau in der Kunsthalle Faust läuft bis Sonntag, 27. Oktober, in der Galerie Holbein4, bis Freitag, 29. November. Die Ausstellung im Kunstkreis Laatzen kann von Sonntag, 3. November, bis Dienstag, 26. November, besucht werden.

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