Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Das plant der Kunstverein Hannover 2020
Nachrichten Kultur Region

Vorschau: Das plant der Kunstverein Hannover 2020

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
21:00 08.01.2020
Videostill aus Pieter Schoolwerths „Your Vacuum sucks“ Quelle: Pieter Schoolwerth
Hannover

Fragen der Identität, Fragen nach dem Umgang mit Weltbildern in einer sich ändernden Gesellschaft und Fragen, wie der Körper in analogen und digitalen Medien gesehen wird, stehen im Zentrum der diesjährigen Ausstellungen im Kunstverein Hannover. Eröffnet wird das Ausstellungsjahr am 15. Februar mit „Beyond the Black Atlantic“. Zwei Künstlerinnen (Tschabalala Self und Sandra Mujinga) und zwei Künstler (Kemang Wa Lehulere und Paulo Nazareth) setzen sich mit der Vorstellung einer globalen schwarzen Identität auseinander.

Tschabalala Self: „Leotard Work“. Quelle: DAMIAN GRIFFITHS

Es geht um Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung und die Klischeevorstellungen, die mit dem Thema verbunden sind. Dass weiße Kuratoren in Hannover eine Ausstellung zu Identitätsfragen von People of Color einrichten, ist für Kunstvereinschefin Kathleen Rahn nichts Besonders. „Es ist doch selbstverständlich, dass wir unseren eurozentristischen Blick hinterfragen“, sagt sie bei der Programmvorstellung.

Canada in Germany

Für das neue Jahresprogramm hat der Kunstverein einige Partner gefunden, die die Ausstellungen unterstützen. „Beyond the Black Atlantic“ wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Und bei der Ausstellung des kanadischen Künstlers Jon Rafman (30. Mai bis 2. August) greift der Canadian Council dem Kunstverein helfend unter die Arme. Weil Kanada in diesem Jahr Gastland der Buchmesse ist, fördert die Einrichtung im Rahmen der Reihe „Canada in Germany“ das ganze Jahr über Veranstaltungen mit Landesbezug.

Videogucken im Bällebad: Installationsansicht von Jon Rafman. Quelle: Gert Jan van Rooij

Rafman, der gern auch „Cyberflaneur“ genannt wird, setzt sich mit der Bilderflut des Internets auseinander. Gefundenes aus dem Netz, Pornografie und Gewalt auf dem Bildschirm und die Verwahrlosung von Zimmern, in denen sogenannte Nerds hausen, spielen eine wichtige Rolle. Videopräsentationen in weißen Ausstellungsräumen sind bekanntlich oft ein Problem. Rafman hat sich da etwas ausgedacht: Eine seiner Filmarbeiten dürfen die Besucher aus einem Bällebad heraus in blauer Beleuchtung besichtigen.

Videostill aus Jon Rafmans Kurzfilm „Still Life (Betamale)“. Quelle: Jon Rafman

Digitale Techniken und altmeisterliche Malweise verbindet der US-amerikanische Künstler Pieter Schoolwerth in seinen Arbeiten. Am 21. November wird seine erste große Einzelausstellung in Deutschland im Kunstverein eröffnet.

Zeit für junge Künstler

Den jungen Künstlern widmet sich der Kunstverein in diesem Jahr mit zwei Projekten: Vom 22. August bis 11. Oktober zeigen Stipendiaten der Villa Minimo (Isabel Nuno de Buen, Julian Öffler und Lukas Zerbst) ihre Arbeiten, und in der Reihe „Zwischenspiele“ (4. bis 17. Mai sowie 21. Oktober bis 8. November) haben junge Künstlerinnen und Künstler aus Hannover die Möglichkeit, den Kunstverein zu erobern. Im Frühling tritt hier die Initiative Projektklub auf. Bei den „Zwischenspielen“ geht es nicht nur um Kunstwerke an den Wänden, auch Barabende oder Kochevents sind möglich.

Lesen Sie auch

Von Ronald Meyer-Arlt

Der Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Belit Onay war zugleich der erste große Auftritt des neuen Stadtoberhaupts vor Hannovers Bürgern. Der neu gewählte Rathauschef forderte in seiner Rede mehr Einsatz für die Demokratie und kündigte an: „Hannover wird zeigen, was Aussöhnung und Vielfalt bedeuten.“

08.01.2020

Gerhard Kromschröder und Gerhard Henschel wandern gern zusammen. Meist entsteht nach ihren Reisen ein reich bebildertes Wandertagebuch. Jetzt waren die beiden auf den Spuren der Brüder Grimm unterwegs.

07.01.2020

In seinem spannenden Regionalkrimi „Winteraustern“ erzählt Alexander Oetker von zwei Leichen, die auf einer Sandbank gefunden werden. Es geht um Austernfischer und um die Gegend um Bordeaux. Am Mittwoch, 8. Januar, liest der Autor in Hannover bei Leuenhagen & Paris aus seinem Buch.

06.01.2020