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Spielzeit Fulminanter Auftakt
Nachrichten Kultur Spielzeit Fulminanter Auftakt
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00:00 27.03.2015
Quelle: Isabel Machado Rios
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Das traditionelle Festival „Jugend spielt für Jugend“ hat ein neues Konzept. Derzeit bereiten sich die Schülerinnen und Schüler aus Hannover und der Region auf ihren großen Auftritt beim Festival „Jugend spielt für Jugend“ im Juni vor. Erstmals begleitet das Schauspiel Hannover neun ausgewählte Inszenierungen in ihrer gesamten Probenhase über mehrere Monate hinweg mit professionellem Coaching. Anfang des Jahres gab es bereits drei Professionalisierungsworkshops, in denen Fachwissen in den Bereichen Bühne, Licht, Musik, Video, Kostüm und Maske vermittelt wurde.

Nun folgen künstlerische Workshops, die auf die jeweiligen Inszenierungen zugeschnitten sind. Diese intensive Produktionsbegleitung lässt sich mit Unterstützung des Kooperationspartners enercity realisieren. Der Neukonzeption des Festivals ging eine Bewerbungsphase voraus, eine Jury wählte neun Inszenierungskonzepte aus. Mit fast 200 Beteiligten auf der Bühne gab es im März zum Auftakt der Festival-Arbeitsphase ein Kick-off. Die Gruppen gaben einen Vorgeschmack auf das Festival und präsentierten in einer rasanten Trailershow kurze Ausschnitte ihrer Arbeit. Die Festivalbeiträge versprechen eine große Bandbreite an Arbeitsformen, Themen und Ansätzen: Die Theater-AG des Hölty-Gymnasium Wunstorf unter der Leitung von Inta Funkner wagt sich mit „R.I.P. - Rest in Pieces“ an die Entwicklung einer Szenencollage zum Thema Krieg. Schüler der Freien Waldorfschule Hannover-Maschsee erzählen mit der eigenständigen Projektarbeit „Poetry Park“ die Geschichten zweier junger Menschen mit sehr unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen, deren einzige Gemeinsamkeit ihre Leidenschaft für Poesie und ihre Lust am Dichten ist. Die Theater-AG des Otto-Hahn-Gymnasium Springe unter der Leitung von Wolfhardt Kaul und Matthias Pfau schickt in „Zoo(m) inside“ Figuren und Zuschauer auf einen entlarvenden Zoobesuch: Tiere hinter Gittern werden zum Spiegelbild der eigenen Fremdbestimmung, in denen die Menschen sich selbst erkennen. Die Teilnehmer der Ernst-Reuter-Schule Pattensen unter der Leitung von Petra Schmitmeier folgen den Spuren der Figur Maria Stuart in Friedrich Schillers Klassiker und suchen dabei erfrischend frech nach Parallelen zu heutigen Rebellinnen wie der russischen Punkrock-Band Pussy Riot.

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Die Produktion „Gefangen zwischen Leben und Tod“ wurde von der Theater-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums entwickelt. Grundlage ist ein Theatertext, geschrieben von einer der Schülerinnen selbst, der eindrücklich die innere Vielstimmigkeit von Gefühlen, Zweifeln und Fragen thematisiert, die ein junges Mädchen erlebt, als es von Mitschülern geärgert und ausgegrenzt wird. Die beiden Schülerinnen Aylin Reuleaux und Leonie Witka folgen Motiven des Romans „Vincent“ von Joey Goebel. Der Roman entwirft das skurrile Szenario, in dem einem jungen Künstler gezielt Unglück zugefügt wird, damit er kreativ bleibt - eine scharfsinnige Kritik der Unterhaltungsindustrie. Dem Genre Musical widmet sich die Theater-AG Sekundarstufe I und II der IGS Hannover-Linden unter der Leitung von Jutta Gerhold: Mit „Sieben Todsünden oder Aus dem Leben des E.“ entsteht ein musikalischer Abend mit eigenem Plot über den Reiz und die Verführung des Guten und des Bösen.

Ein kursübergreifendes Großprojekt mit 65 Schülerinnen und Schülern stellt das Matthias-Claudius-Gymnasium Gehrden unter der Leitung von Ludger Deters auf die Beine: In „Jedermann - ein Spiel um Leben und Tod“ frei nach Motiven von Hugo von Hofmannsthal werden alle Darsteller wechselnd zu Jedermann oder Jederfrau. Das Projekt vereint drei Oberstufen-Kurse und stellt einen neuen Ballhof-Rekord auf die Beine. „Per(de)fekt“ sind zehn Schülerinnen und Schüler, die sich auf Initiative von Julia Gudi und Shirin Lilly Eissa zusammengefunden haben. Sie entwickeln einen regelrechten Schulhof-Krimi-Fantasy-Thriller, in dem ein mysteriöses Ei das Blaue vom Himmel verspricht und dämonische Züge annimmt. Geleitet werden sie von den großen Fragen: Was ist, wenn wir nicht allein sind? Im Rahmen des Kick-off wurde jeder Gruppe ein persönlicher Theatercoach zugeteilt, Künstler und Kunstvermittler aus Hannover sowie Ensemblemitglieder am Schauspiel Hannover, sie begleiten die Gruppen bis zum Festival. Die Produktionen werden vom 15. bis 19. Juni auf den Ballhof-Bühnen einer Fach-Jury vorgestellt, die drei hochdotierte Förderpreise vergibt.

Über Facebook und auf der Website des Festivals dokumentieren die Gruppen ab sofort ihre Arbeit hinter den Kulissen: www.jugendspieltfuerjugend.de.

Festival Jugend spielt für Jugend, 15. bis 19. Juni, in und um den Ballhof. Kooperationspartner: enercity

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