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Spielzeit Das Spiel im Spiel
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00:00 30.01.2015
Müssen wir unser Zusammenleben neu erfinden? Die Utopisten suchen nach Lösungen.
Müssen wir unser Zusammenleben neu erfinden? Die Utopisten suchen nach Lösungen. Quelle: Frl Wunder AG
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Hannover

So steht Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ ab dem 31. Januar wieder auf dem Spielplan. Die erste Oper, die Mozart 1786 mit dem kaiserlichen Hoftheaterdichter Lorenzo da Ponte schrieb, gilt heute als Prototyp der musikalischen Komödie. Freilich ist das Intrigenspiel um den schlauen Figaro, der seine Zukünftige dem begehrlichen Ansinnen des Grafen entzieht und dabei seinen Herrn auch noch der Lächerlichkeit preisgibt, alles andere als harmlos. Die althergebrachten Standesunterschiede geraten in diesem Werk unter der Macht des Eros gehörig durcheinander. Die Personen werden dabei ständig entlarvt, und der Versuch, Contenance zu bewahren, misslingt immer mehr. Hinter den Masken erscheinen auf einmal reale Menschen, die sich im Gestrüpp ihrer Gefühle verheddern und die es nicht mehr schaffen, zur alten Ordnung zurückzufinden.

Der Kritiker der Neuen Presse schrieb nach der Premiere 2009: „,Ein toller Tag‘ heißt die Opernvorlage von Beaumarchais - einen in jeder Hinsicht tollen Abend erlebt man mit dieser Inszenierung.“ Mit sparsamen Mitteln hat der Regisseur Ingo Kerkhof den Fokus auf die Charakterisierung der Figuren gelegt und die Oper als Spiel im Spiel in Szene gesetzt, jetzt auf weiten Strecken mit neuer Sängerbesetzung, mit Shavleg Armasi als Figaro, Christopher Tonkin als Graf, Rebecca Davis als Gräfin und Hanna Larissa Naujoks als Cherubino. Ania Vegry singt wie schon bei der Premiere die Partie der Susanna. Am Dirigentenpult steht Anja Bihlmaier.

Die beiden Verismo-Opern „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni und „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo bringen ab 8. Februar wieder süditalienische Leidenschaft in den Norden. Liebe, Eifersucht und tödlicher Hass sind die bestimmenden Gefühle in zwei Geschichten, deren Schauplatz das dörfliche Leben an einem hohen katholischen Feiertag ist. Bei allem Realismus geht es auch hier um das Spiel im Spiel. Indem der Regisseur Philipp Himmelmann die beiden Werke mehr als üblich optisch und dramaturgisch ineinander verschränkt, lässt er die Grenzen zwischen Wahrheit und Illusion, zwischen Realität und Bühne auf verwirrende Weise verschwimmen. Neben der bewährten Premierenbesetzung wird unter der Leitung von Mark Rohde erstmals Josefine Weber die Rolle der Bäuerin Santuzza in „Cavalleria rusticana“ singen, und Latchezar Pravtchev gibt den verzweifelten Canio im „Bajazzo“.

Und wenige Tage später, ab 13. Februar, geht es weiter mit dem Theater auf dem Theater zum Dritten: Olivier Tambosis bejubelte Inszenierung von Verdis „Maskenball“ zeigt ein Staatsoberhaupt, das nicht mehr zwischen seiner öffentlichen Maske und seinem wahren Gesicht zu unterscheiden vermag. Dieser Riccardo ist ein Spieler, der mit seiner ständigen Maskerade seine Welt prägt. Er will nur das Beste für seine Untertanen, und deshalb zwingt er alle Menschen seiner Umgebung, an einem Spiel teilzunehmen, bei dem sich die Probleme des Lebens in einem großen Spaß auflösen. Doch weil Riccardo sich in die Frau seines besten Freundes verliebt hat, nimmt das Spiel in diesem Theaterzirkus ein jähes und tödliches Ende. Mit Rafael Rojas, Stefan Adam, Brigitte Hahn und Khatuna Mikaberidze in den Hauptrollen.

Klaus Angermann

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