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00:00 29.05.2015
Licht-Workshop für das Festival Jugend spielt für Jugend. Quelle: Isabel Machado Rios
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Hannover

Shirin und Julia leiten das Projekt „Per(de)fekt“, ein Zusammenschluss von Schülern aus der Stadt und Region Hannover. Nach dem neuen Konzept können nun auch reine Schülergruppen bei „Jugend spielt für Jugend“ mitmachen, denn mit Unterstützung des Kooperationspartners enercity werden ausgwählte Inszenierungen von professionellen Theatermachern des Jungen Schauspiels begleitet. Gemeinsam mit ihren Freunden aus der Schule, einem Theaterprojekt am Ballhof und der Musicalschule entwickeln die beiden Siebzehnjährigen ein Stück über ein mysteriöses Ei, das ihnen das Blaue vom Himmel verspricht. „Dann haben wir manchmal eine Szene, die ist nicht schlecht, aber irgendwie lasch, es fehlt einfach etwas“, berichtet Julia. In solchen Momenten steht ihnen ihr Coach Christoph Müller, Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover, mit Rat und Tat zur Seite. Er ist bei fast allen Proben dabei, beobachtet und diskutiert mit der Gruppe. „Dann gibt Christoph einen Impuls, wir setzen ihn um und plötzlich es ist genau so, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Von den eigens eingeführten Workshops, die auf die jeweiligen Projekte zugeschnitten wurden, hat die Theater-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums in Springe in besonderer Weise profitiert. Antonia und Lara (beide 16) berichten, dass Nora Somaini, Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, für ihr Projekt „Zoo(m) inside“ zwei Tage lang intensiv betreut und mit den Schülern daran gearbeitet hat, Tiere auf der Bühne darzustellen. „Ich habe einen Affen gespielt und sollte dann auch mal laut brüllen. Das hat mich am Anfang große Überwindung kostet, aber als sie mich ermutigt hat, und ich mich schließlich getraut habe, war das ein sehr gutes Gefühl“, erzählt Lara.

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Die siebzehnjährige Carmen hatte ihr Theaterstück schon fertig in der Schublade liegen, als ihr eine Freundin empfahl, sich damit bei „Jugend spielt für Jugend“ zu bewerben. Mit großem Engagement hat sich die Schülerin der Freien Waldorfschule Hannover-Maschsee ihr Team zusammengesucht. Ihr Coach Janny Fuchs, Theaterpädagogin am Schauspiel, setzt mit ihr gemeinsam Stück für Stück die Szenen zusammen. „Das ist eine großartige Unterstützung, weil von uns noch nicht alle Theater gespielt haben“, betont Carmen. Auch aus der Werkstatt zum Bereich „Bühne und Licht“, die allen Gruppen offen steht, konnte sie eine nützliche Erkenntnis mitnehmen: Richtig eingerichtet, kann selbst eine schlichte Beleuchtung äußerst originell sein.

Während des Festivals sehen sich schließlich alle Gruppen wieder. Der Austausch über das Theater und die eigenen Erfahrungen in der Probenphase gehören genauso zum Programm wie der professionelle Auftritt.

Julia und Shirin können sich vorstellen, wie sie sich fühlen werden, wenn ihre Vorstellung läuft - „wie stolze Eltern“. Von einer Fachjury werden Förderpreise in Höhe von 3.000 Euro an die drei bemerkenswertesten Inszenierungen. Das Festival endet auf dem Ballhofplatz - dort gibt Judith Holofernes am 19. Juni um 20 Uhr ein Abschlusskonzert.

Christine Kolanus

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