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Spielzeit „Es sollte immer ein Dialog möglich sein“
Nachrichten Kultur Spielzeit „Es sollte immer ein Dialog möglich sein“
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00:00 27.02.2015
Schwester Sara Quelle: privat
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Hannover

Schwester Sara, seit wann ist Ihr Orden in Hannover ansässig?

Wir sind im November 2013 vom münsterländischen Lembeck nach Hannover ins alte Klarissenkloser gezogen. Im Münsterland waren wir sehr gut verankert. Die Heizungskosten für das alte Gebäude und die Kirche waren jedoch sehr hoch. Hier sind die Räume moderner und besser beheizbar, natürlich hat die Stadt auch weitere Vorteile, etwa beim Einkaufen.

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Kennen Sie „Die Letzte am Schafott“ von Gertrud von le Fort, die literarische Vorlage der Poulenc-Oper?

Oh ja, ich habe die Erzählung natürlich gelesen.

Könnten Sie sich heute vorstellen, für Ihren Glauben zu sterben?

Diese Frage stellt man sich natürlich: Wie würde ich reagieren? Ich hänge natürlich an meinem Leben, aber wenn ich wirklich in eine ähnliche Situation käme, würde Gott mir auch Kraft verleihen. Die so ängstliche Blanche beweist am Ende der Geschichte ja unglaublichen Mut. Sie hätte vorher nie gesagt, dass sie einmal zur Märtyrerin wird, aber im entscheidenden Moment entscheidet sie sich frei: Ja, ich gehöre dazu! Diese Kraft für diesen Entschluss kann ihr nur ihr Glaube an Gott gegeben haben.

Ein großes Thema in der Novelle wie in der Oper von Poulenc ist die Angst. Haben Sie Angst? Angst vor der Islamisierung oder „Atheisierung“ des Abendlandes?

Man sollte immer, auch zwischen unterschiedlichen Glaubensrichtungen, zuerst nach dem Verbindenden suchen und nicht danach, was uns unterscheidet. Angst habe ich nur vor Fundamentalisten, egal aus welcher Richtung, also vor Leuten, deren Blick so starr und eingeengt ist, dass man nicht mehr mit ihnen reden kann. Es sollte immer ein Dialog möglich sein.

Premiere: 21. März im Stadttheater Hildesheim. Karten: (0 51 21) 16 93 16 93 oder service@tfn-online.de

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