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Spielzeit Geschichten von Paul für Paula
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00:00 30.10.2015
Auf Wort-Schatz-Suche: Dieter Hufschmidt. Quelle: Joachim Giesel
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Hannover

Opa Paul sitzt in seinem Lieblingssessel, er ist eingenickt, wie so oft in den vergangenen Wochen. Da läutet das Telefon, der alte Anrufbeantworter springt an. Seine Enkelin Paula ruft an, sie bereitet den 80. Geburtstag ihres Großvater vor und bittet ihn um eine Geschichte aus seiner Kindheit. Paul wacht auf, sortiert seine Erinnerungen, sucht nach Worten - und beginnt zu erzählen.

„Paul ist nicht nur vergesslich und hinfällig, er ist auch selbstbewusst.“ Dieser Aspekt ist Dieter Hufschmidt besonders wichtig. Der Schauspieler, der in diesem Jahr sein 60. Bühnenjubiläum feiert und dem hannoverschen Publikum durch viele Rollen vertraut ist, freut sich über seine Arbeit für ein junges Publikum mit einem jungen Team. Das ist in dieser Form Neuland für den leidenschaftlichen Theatermann, der seit 1969 zum Ensemble des Staatstheaters gehört, der in Film und Fernsehen zu sehen ist, der jüngst mit seiner biografischen Erinnerungsreise „Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest“ auf der Cumberlandschen Bühne stand und der als Rezitator großer Werke der Weltliteratur bis heute das Publikum in Atem hält.

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Der Großvater von drei Enkeln ist beeindruckt, wie einfühlsam Kinder und Jugendliche mit alten und zudem oft kranken Menschen umgehen, auch mit deren Macken. „Das erzählt uns doch sehr viel über die Gegenwart.“ Vieles aus seinem eigenen Leben ist deshalb auch mit der Figur von Paul verflochten. Und das, was Paul im Kopf herumgeht, wird auf einer Wand mit beweglichen Buchstaben und Zahlen gezeigt. „Diese Wand ist das sichtbare Gedächtnis“, erklärt Regisseurin Lisa van Buren. Gemeinsam mit Franziska von Knoblauch hat sie das Konzept für dieses Sprach-Spiel-Projekt entwickelt und im vergangenen Jahr in Hamburg präsentiert. Harald Schandry, der Leiter des hiesigen Kindertheaterhauses, war sofort begeistert von der Idee. Nun ist daraus ein Theaterstück geworden: „WirrWahr - Paul und sein Wort- Schatz“ als Uraufführung in Hannover. Ein Solo für den Schauspieler Dieter Hufschmidt, auf der Bühne wird er von Danilo TepŠa am Flügel begleitet. „Die Musik ist für Paul ein Ort der Erinnerung. Es entwickelt sich eine Art Dialog aus Klängen, Lauten und Worten“, sagt Hufschmidt. „Die Idee mit der Wand hat mich einfach begeistert. So entsteht ein Dreieck zwischen der Figur, der Wand und der Musik.“

An dieser Wand neben Pauls Lieblingssessel können die Kinder verfolgen, wie sich Wörter und Zahlen zusammensetzen oder durcheinanderpurzeln, wie sie dabei ihre Bedeutung verändern oder verlieren. „Deshalb sollten die Kinder lesen können, wenn sie das Stück anschauen, dann können sie nachvollziehen, wie sich Paul erinnert. Und manchmal haben sie sogar einen Informationsvorsprung, auch damit spielen wir“, sagt Lisa van Buren. Sprache, Wörter, Buchstaben - Gedanken und Geschichten setzen sich wie ein Puzzle zusammen. „Wie sieht ein Wort eigentlich aus? Das hat mich schon immer interessiert“, betont die Theatermacherin. Doch es geht nicht nur um das Aussehen von Wörtern oder Silben, es geht auch um deren Zusammenhalt. „So, wie jemand von Dingen erzählt, erzählt er zugleich etwas über Sprachstrukturen.“Dz Premiere ist am 1. November, 11 Uhr, im Kindertheaterhaus. Karten unter (05 11) 81 69 81.

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