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Spielzeit Glückwunsch „Tatort Oper“
Nachrichten Kultur Spielzeit Glückwunsch „Tatort Oper“
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19:00 24.09.2014
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Hannover

Herr Schmidt, was genau verbirgt sich hinter dem Projekt „Tatort Oper“?

„Tatort Oper“ ist ein Jugendförderprogramm, das bis zu 14 Schülern einer Schule ermöglicht, für ingesamt zehn Euro pro Schüler sechs Opernvorstellungen im Schuljahr zu besuchen. Insgesamt können zehn Schulen aus dem Raum Hannover für jeweils maximal drei Jahre daran teilnehmen. Neben den Eintrittskarten erhalten die Teilnehmer kostenlose Libretti und Programmhefte, die Lehrer werden zudem zur Vorbereitung mit Materialmappen und CDs ausgestattet.

„Tatort Oper“ wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Zeit für einen Rückblick: Was hat sich im Laufe der Zeit verändert, was hat sich bewährt?

„Tatort Oper“ ist sehr gewachsen und äußerst beliebt. Heute können zehn Schulen mit 140 Schülern pro Schuljahr teilnehmen. Wir versuchen, nicht nur Gymnasien anzusprechen und die Zielgruppen zu erweitern. Das ist nur möglich, weil die Jugendarbeit innerhalb der GFO programmatisch wie finanziell sehr prominent positioniert ist. In den vergangenen 30 Jahren flossen rund 300.000 Euro in die Jugendarbeit. Bis heute ist es einmalig, dass ein Opernförderverein ein Programm anbietet, das nicht nur das jeweilige Opernhaus fördert, sondern direkt das junge Publikum.

Warum hat die GFO ein Programm gegründet, das gezielt Jugendliche fördert?

Das Opernhaus hatte, wie fast alle Theater in Deutschland, vor 30 Jahren noch keine eigene Pädagogikabteilung. Da nicht jeder Schüler durch seine Eltern oder Lehrer an Oper herangeführt wurde, hat Helga Pöhl damals das Programm ins Leben gerufen, um so vielen Schülern und Lehrern wie möglich Oper zugänglich zu machen. Bis heute will die GFO junges Publikum fördern und damit die Staatsoper Hannover unterstützen.

Sie sind nicht nur Leiter von „Tatort Oper“, Sie unterrichten auch selbst als Musiklehrer am Gymnasium. Welche Vorteile haben denn die Lehrer, Schüler und Schulen von dem Programm?

Als teilnehmender Lehrer leitet man eine Opern-AG und kann bei interessierten Schülern das Feuer für Oper entfachen. Das Bewusstsein für Oper wird an diesen Schulen im Laufe der Zeit meist selbstverständlicher und das Interesse wird stärker. Fast alle Schüler bleiben die ganzen möglichen drei Jahre über dabei und erhalten im Laufe der Zeit einen sehr guten Überblick über Musiktheater. Das jährliche Intendantentreffen zum Schuljahresende ist für die GFO-Schüler und -Lehrer das große Highlight: Die Theaterleitung und Künstler des Hauses diskutieren mit allen Beteiligten von „Tatort Oper“ intensiv über die Stücke, die Schüler bekommen Einblicke in Arbeitsweisen am Theater und lernen, künstlerische Entscheidungen zu hinterfragen. Das macht sich bemerkbar: Hannover hat ein sehr junges Opernpublikum!

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