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Spielzeit Am „Berg des Schicksals“
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00:00 31.10.2014
Einer der renommiertesten Klangkörper Italiens: Das Orchestra della Toscana aus Florenz.
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Hannover

In anderen Konzertreihen sind Gastorchester die Regel, im Opernhaus eine herzlich willkommene Ausnahme. Im 2. Sinfoniekonzert macht das Orchestra della Toscana auf seiner Deutschland-Tournee Station am Opernplatz.

Sein künstlerische Leiter und Komponist Giorgio Battistelli ist Hannover eng verbunden: Anlässlich des 375-jährigen Bestehens des Niedersächsischen Staatsorchesters 2011 entstand sein Orchesterwerk „H 375“; zurzeit schreibt er an einem Auftragswerk für den Opernspielplan: „Lot“ nach einem Libretto von Jenny Erpenbeck. Die Uraufführung musste zwar auf 2016 verschoben werden, doch der geplante Austausch mit seinem Orchester beginnt planmäßig: Am 9. und 10. November gastiert das Orchestra della Toscana im Opernhaus, der Gegenbesuch des Staatsorchesters in Florenz ist für die Saison 2015/16 geplant.

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Das Orchestra della Toscana - gegründet von Luciano Berio - gehört zu den profiliertesten Klangkörpern Italiens und arbeitet mit weltweit bedeutenden Dirigenten und Solisten zusammen. Das Repertoire spannt sich vom Barock bis zu zeitgenössischen Komponisten, mit einem Schwerpunkt auf den Werken der Wiener Klassik und unbekannten Werken barocker Instrumentalmusik. Außergewöhnlich in der italienischen Orchesterlandschaft sind außerdem seine intensive Beschäftigung mit dem frühen 20. Jahrhundert und sein Engagement für zeitgenössische Musik.

Unter der Leitung des Dirigenten Francesco Lanzillotta bringt das Orchester aus Florenz so denn auch ein Werk Giorgio Battistellis mit nach Hannover: „Sciliar“, 2012 für die Tiroler Festspiele Erl komponiert. Sciliar ist der Name eines imposanten Südtiroler Berges, im Volksmund auch als „Berg des Schicksals“ bekannt - ein Ort, den Menschen seit jeher mit ihren Träumen und Sehnsüchten verbinden. Das Stück, so Battistelli, ist „die musikalische Vision eines mystischen und autobiografischen Topos, wo Ohr und Auge nach dem Göttlichen suchen“.

Neben dem Werk seines künstlerischen Leiters hat das Orchestra della Toscana zwei Werke im Programm, die für seine Schwerpunkte im frühen 20. Jahrhundert und in der Wiener Klassik stehen: Schönbergs frühe Sinfonische Dichtung „Pelleas und Melisande“ ist in schwelgerisch-spätromantischer Tonsprache gehalten und taucht mit der Dichtung Maurice Maeterlincks ein in die menschliche Seele: in die zweier Liebender, deren Sehnsucht nacheinander sich erst im Tod erfüllt.

Zwischen beiden Werken steht Wolfgang Amadeus Mozarts „Haffner-Sinfonie“, ein frühes Werk des Meisters der Wiener Klassik, das als erste klassische Sinfonie überhaupt gilt. „Mein Herz ist unruhig, mein Kopf ist verwirrt“, beschreibt Mozart seinem Vater seine Situation in einem Brief, den er dem ersten Satz der Sinfonie beilegte. Für Mozart war das Jahr 1782 ein Schicksalsjahr, seine Hochzeit mit Konstanze Weber stand kurz bevor. Mozart schrieb die Sinfonie in großer Eile, was dem effektvollen Stück nicht anzumerken ist, für die Nobilitierung des Patriziersohns Sigmund Haffner. Die Sinfonie müsse „gewiss großen Effekt“ machen, meinte Mozart - womit er völlig recht hatte.

Swantje Köhnecke

Orchestra della Toscana Dirigent: Francesco Lanzillotta 2. Sinfoniekonzert Giorgio Battistelli: „Sciliar“ W. A. Mozart: Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385 „HaffnerArnold Schönberg: „Pelleas und Melisande“. Sinfonische Dichtung op. 5 Termine 9. November, 17 Uhr 10. November, 19.30 Uhr Kurzeinführung im Laves-Foyer jeweils 45 Minuten vor dem Konzert

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