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Spielzeit Aufbruch zum Gipfel
Nachrichten Kultur Spielzeit Aufbruch zum Gipfel
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00:00 30.10.2015
Zu Gast in Hannover: Markus Belheim. Quelle: Gela Megrelidze
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Hannover

Mit Markus Bellheim kehrt einer der profiliertesten deutschen Pianisten nach Hannover zurück, dorthin, wo einst der Grundstein für seine internationale Karriere gelegt wurde. Schon während seiner Studienzeit an der hiesigen Musikhochschule und später dann in Frankfurt, Würzburg und Paris zog der Ausnahmekünstler die Aufmerksamkeit der Musikwelt auf sich und wurde vielfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Heute ist er ein begehrter Gast auf den Konzertpodien und Festivals in aller Welt, der mit den berühmtesten Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitet.

Obwohl sich Markus Bellheim speziell als Interpret zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht und neben Werken von Komponisten wie Steve Reich, György Kurtág oder Wolfgang Rihm mehrmals das Gesamtwerk für Klavier von Olivier Messiaen gespielt hat, ist er im 2. Sinfoniekonzert unter der Leitung von Karen Kamensek der Solist bei einem klassischen Werk, dem 4. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Allerdings nimmt sich dieses Konzert, das zeitgleich mit Beethovens 5. und 6. Sinfonie entstand, ungewöhnliche Freiheiten heraus und wurde schon bei der Uraufführung als neuartig empfunden. Nicht nur die Tatsache, dass hier das Soloklavier das erste Wort vor dem Orchester hat und Virtuosität zugunsten sinfonischer Geschlossenheit in den Hintergrund tritt, macht dieses Werk zu einem Meilenstein der Gattung, auch die poetische Intimität und der verhalten-lyrische Grundton weisen in die musikalische Romantik voraus; es verwundert auch nicht, dass beispielsweise Robert Schumann das Konzert besonders geschätzt hat.

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Nach diesem sensiblen Dialog zwischen Klavier und Orchester erklingt in der zweiten Konzerthälfte die letzte sinfonische Dichtung von Richard Strauss, „Eine Alpensinfonie“, die uns in die Freiheit der Natur führt. Strauss wollte mit dem Werk zum einen einem überwältigenden Naturerlebnis in der Schilderung einer Bergwanderung Ausdruck verleihen, zum anderen ist der sich in der symmetrischen Form der Komposition spiegelnde Aufbruch zum Gipfel am frühen Morgen und die Rückkehr am Tagesende natürlich auch Symbol eines Lebensweges. Mag auch die nahezu realistische klangliche Umsetzung der Stationen dieser Wanderung durch ein gigantisches Orchester zuweilen auf den äußerlichen Effekt zielen, so bietet das Cinemascope-Format der Musik ein grandioses Panorama vorher nie gehörter Klangfarben und einen sinnlichen Rausch, in dem die grandiose Bergwelt zum Greifen nahe scheint.

Klaus Angermann

2. SINFONIEKONZERT Ludwig van Beethoven:

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58 (1805/06) Richard Strauss: Eine Alpensinfonie op. 64 (1914/15) Solist Markus Bellheim (Klavier) Dirigentin Karen Kamensek

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