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Spielzeit Wie im Traum
Nachrichten Kultur Spielzeit Wie im Traum
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00:00 27.11.2014
Quelle: Studiengang Schauspiel
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Hannover

Rodion Raskolnikow, der verarmte Student der Rechtswissenschaften, ist ein Mörder. Er hat zwei Menschen auf dem Gewissen, eine alte Pfandleiherin und deren Schwester. Doch er hat sie nicht des Geldes wegen erschlagen, sondern um seine Theorien zu untermauern: Wird er die moralische Grenzlinie überschreiten und töten können? Ist Napoleon nicht über Leichen gegangen und hat die Geschichte ihm nicht recht gegeben? Ist nicht alles möglich, wenn Gott tot ist? Der Mord gelingt ihm, aber es gelingt ihm nicht, die imaginäre Linie zur vollständigen Selbstermächtigung zu überschreiten. Raskolnikow stürzt in einen Fieberanfall, bei dem Realität und Albträume ineinanderfließen. Niemand wird schlau aus ihm. Bis der Untersuchungsrichter auftaucht und ein psychologisches Katz-und-Mausspiel beginnt. Am Ende verliert Rodion, er stellt sich der Polizei und geht nach Sibirien.

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Premiere am 11. Dezember, 19.30 Uhr. Karten unter (05 11) 31 00 333.

„Verbrechen und Strafe“, bekannt auch als „Schuld und Sühne“, gehört zu den großen Romanen der Weltliteratur. „Ein verwegener Stoff“, sagt Schauspielprofessor Titus Georgi, der gemeinsam mit seiner Kollegin Nora Somaini Regie in dem Projekt des dritten Studienjahres Schauspiel führt.

Die Bilder des Romans aus dem 19. Jahrhundert folgen oft einer merkwürdigen Traumlogik. Zwölf Schauspielstudenten haben nach Dostojewskis Romanvorlage eine eigene Theaterfassung erarbeitet, einen regelrechten „Krimi-Plot“ mit „Geschichten von lauter hochemotionalen, starken, wilden, unkonventionellen Personen“, skizziert Regina Guhl, Hochschulprofessorin für Dramaturgie, das Konzept. „Und um diese verrückten Leute geht es.“ Um den frommen Trinker Marmeladow, der seine ebenso fromme Tochter Sonja auf den Strich schickt, um Rodions Freund Rasumichin, um seine Mutter und seine Schwester, um Hauswirtinnen, Dienstmädchen und um den Untersuchungsrichter Porfirija, der Raskolnikow zur Strecke bringt. Zwei Studierende teilen sich die Figur des Raskolnikow, aus dem Säufer Marmeladow wird eine Marmeladowa, aus dem Untersuchungsrichter eine Untersuchungsrichterin. „Wir wollen Charaktere besetzen, extreme Figuren - egal, ob Mann oder Frau, es geht um die Bühnenpräsenz“, betont Regina Guhl.

Im Studiotheater zeigen die angehenden Schauspieler, was sie bisher erarbeitet haben, und testen, ob es vor Publikum auch funktioniert. „Es macht Spaß, sich heranzutasten, wir können hier wirklich forschen und uns etwas trauen.“ Studierende der Abteilung Mediendesign ziehen mit ihren Videoarbeiten eine zusätzliche Ebene ein, den Soundtrack komponiert Johannes Schmeikal-Styppa, Student an der Pop-Akademie Baden-Württemberg. Auf die Musik freut sich die Dramaturgin schon sehr: „Das wird ganz großes Kino.“

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27.11.2014
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