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Spielzeit Wie fühlt sich Liebe an?
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00:00 29.05.2015
Drei Mädchen, drei Standpunkte: Shana May M´Baye, Maja Harel und Elisabeth Frank. Quelle: Danilo Kurtz
Hannover

Offen sein für alles - oder lieber doch auf die „ganz große Liebe“ warten? Sich ausprobieren oder gleich auf eine Dauerbeziehung setzen? Sex sells, auf allen Kanälen wird die www.-Generation mit Bildern überflutet, in Sachen Sexualität herrscht heute wohl kein Informationsmangel mehr. Gerade das aber macht das Entdecken des eigenen Körpers und den des anderen nicht einfacher. Im Gegenteil.

Aufklärungsstücke seien nach wie vor gefragt, weiß die hannoversche Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Mazzotti, die regelmäßig am Klecks Theater spielt. „Wir haben viele Jahre lang den Klassiker ‚Was heißt hier Liebe‘ gezeigt, auch in aufgefrischten Inszenierungen. Aber wir haben gemerkt, das ist ‚old school‘, Aufklärung im Stil der 1970er-Jahre. Deshalb wollten wir etwas Neues machen, ein Stück, das in unsere Lebenswirklichkeit passt.“

Service

Premiere im Kindertheaterhaus am 19. Juni, 11 Uhr. Weitere Vorstellungen auf Anfrage. Karten unter (05 11) 81 69 81.

Die Mutter von drei Töchtern steht diesmal nicht selbst auf der Bühne, sondern führt Regie in dem Stück „Untenrum“, das Suna Gürler und Uwe Heinrich für das junge Theater Basel entwickelt haben. Die beiden Autoren haben zahlreiche Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt und sie gefragt, wie sich all das theoretische Wissen in der Praxis tatsächlich anfühlt. Was will ich, was wollen die anderen von mir, wo kann ich meinen Standpunkt finden? Daraus haben sie drei Figuren geformt: eine Draufgängerin, eine Jugendliche in einer festen Beziehung und eine, die ihre Jungfräulichkeit bis zur Ehe aufheben will. „Wir werden die Stückvorlage ergänzen, die Interviews sind inzwischen drei bis vier Jahre alt. Mich interessiert, wie Mädchen darauf reagieren, wenn sich heute etwa zehnjährige Jungen auf dem Schulhof Pornofilme auf ihrem Smartphone anschauen. Wie prägen diese Eindrücke eine werdende junge Frau?“

Und wie sollen die Eltern mit diesen Entwicklungen umgehen? „In der Pornografie herrschen meist die Spielregeln der Männer, bis auf wenige Ausnahmen.“ Deshalb möchte die Theaterfrau Laetitia Mazzotti vor allem die Mädchen ermutigen, eigene Positionen zu beziehen und eigene Körperbilder zu finden. „Viele Jugendliche sind heute einfach überfordert. Wir wünschen uns, dass sie beim Thema Sexualität dialogfähig werden.“

Nein sagen können, eigene Wünsche formulieren - in dem Stück kommen auch Jungen zu Wort, etwa, wenn Mädchen über Jungen sprechen und sie dabei zitieren. „Dabei können die Jungen eine Menge über Mädchen lernen und umgekehrt“, sagt Mazzotti. Die Rollen der drei Schülerinnen übernehmen die Schauspielerin Elisabeth Frank und die Abiturientinnen Maja Harel und Shana May M‘Baye, beide erprobt in theaterpädagogischen Projekten.

Theater ganz nah - gespielt wird vor Ort im Klassenzimmer. Der Plot: In der Nachbarklasse sollen drei Mädchen ein Schulprojekt zum Thema Sex vorstellen, und das ist gar nicht so einfach ... Möglich, dass es „Untenrum“ demnächst auch als Bühnenversion im Kindertheaterhaus geben wird.

Dz

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