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Kultur Mehrfach ausgezeichnet: Sopranistin Ylva Stenberg verlässt Hannover
Nachrichten Kultur Mehrfach ausgezeichnet: Sopranistin Ylva Stenberg verlässt Hannover
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11:15 19.03.2019
Sopranistin Ylva Stenberg im Opernhaus. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Wenn Ylva Stenberg sich zielsicher den Weg durch die Katakomben der Oper bahnt und es sich locker plaudernd auf einem Stuhl in der Garderobe gemütlich macht, dann wirkt es, als nimmt sie in ihrem zweiten Wohnzimmer Platz. Bereits in ihrer dritten Spielzeit steht sie als Sopranistin auf der Bühne in Hannover – erst in der Jungen Oper, seit diesem Jahr als Ensemblemitglied der Staatsoper. Einen beeindruckenden Karrierestart nennt man wohl das, was die 28-Jährige hinter sich hat. Diverse Auszeichnungen, ein bedeutendes, schwedisches Stipendium und immer größere Rollen zeichnen ihre Biografie aus.

„Mit sieben musste ich Geigen lernen. Ich musste!“, sagt Stenberg und lacht vielsagend. Nach einem Jahr war Schluss damit. Auch ihre eigene Band, in der sie als Jugendliche sang, habe ihr schnell verdeutlicht: Für die große Pop- und Rockkarriere reicht es wohl nicht. Mit 16 Jahren versuchte sie sich das erste Mal in klassischem Gesang. „Es hat sich sofort richtig angefühlt, da lag das Potenzial, meine Stimme zu entwickeln.“

Deutschland bietet berufliche Perspektiven für Opernsänger

Und diese entwickelte sich: Nach einem Pre-College in ihrer Heimat Schweden entstanden über einen Klavierlehrer Kontakte zur Musikhochschule Hannover. „Eigentlich bin ich auf der Bananenschale hier hergekommen“, sagt sie und stellt dann überrascht fest, dass dieses schwedische Sprichwort nicht eins zu eins ins Deutsche übersetzt werden kann. És bedeutet so viel wie:Es war ein Glücksfall. „Alle wollen nach Deutschland. Nirgends gibt es so gute berufliche Perspektiven für Opernsänger.“

Dem Studienabschluss mit Auszeichnung (2016) in der hannoverschen Gesangsklasse von Professor Peter Anton Ling folgten im vergangenen Jahr ein dritter Preis beim renommierten ARD-Gesangswettbewerb und der Sieg beim Bundeswettbewerb Gesang. Zuvor hatte Stenberg schon in Stockholm das Jenny-Lind-Stipendium bekommen. Dank Schwedens bedeutendstem Stipendium für Gesang tourte sie 2017 durch Nordamerika und Kanada. „Dabei reist man auf den Spuren der Opernsängerin Jenny Lind, das war eine besondere Ehre“, sagt Stenberg.

Nicht weniger ehrwürdig fühlte es sich an, als sie 2016 das erste Mal auf der Bühne der Oper in Hannover stand: „Auf einmal waren diese großartigen Musiker, die ich während meines Studiums erlebt hatte, meine Kollegen.“ Als Esmeralda feierte sie in der Oper „Die verkaufte Braut“ ihre ganz persönliche Premiere.

Intendantenwechsel: Stenberg hat neues Engagement

Nach drei Jahren geht für sie in diesem Sommer eine Ära zu Ende. Mit dem Intendantenwechsel wird das Ensemble neu besetzt. „Fast alle gehen. Das ist ein Einschnitt“, sagt die Sopranistin. Es sei schwierig, an neue Engagements zu kommen. „Die Stelle einer Sopranistin kann man schlecht googeln“, scherzt sie. Ihr Grinsen verrät aber: Stenberg macht sich keine Sorgen um ihre Zukunft. „Der Vertrag ist nur noch nicht unterschrieben.“

Vor ihrem Abschied stehen noch zwei spannende Projekte an: In Stockholm ist sie Teil eines Projektes mit 22 weiteren Musikern unter Leitung von Barbara Hannigan –und sie führt im dänischen Radio das Requiem von Mozart auf. Als Ianthe kehrt sie im Stück „Iphis“ zurück auf die Bühne der Jungen Oper Hannover. „Die Junge Oper gibt einem mehr Freiheit in der Interpretation“, sagt die Sopranistin. „Im großen Haus hat fast jeder im Publikum die Opern schon einmal gehört“. So ein versiertes Publikum sei anspruchsvoll. „Es war eine prägende Zeit für mich in Hannover“, sagt Stenberg.

Die Oper „Iphis“ von Elena Kats-Chernin

Die Oper „Iphis“ der ukrainisch-australischen Komponistin Elena Kats-Chernin hat am Freitag, 29. März, um 11 Uhr Premiere im Ballhof Eins. In dem Stück werden die traditionellen Rollen- und Geschlechterbilder auf groteske Art hinterfragt. Lidgus wünscht sich von den Göttern, dass seine Frau Telethusa einen Jungen zur Welt bringt. Denn Mädchen kosten Geld, können nicht arbeiten – so einfach fällt die Rechnung des werdenden Vaters aus. Die Götter jedoch unterstützen seinen Wunsch nicht. Geboren wird Iphis – ein Mädchen, das aber von allen für einen Jungen gehalten und so auch erzogen wird. Der stolze Vater findet schließlich sogar mit Ianthe ein reiches Mädchen, das seinen „Sohn“ heiraten soll. Doch ahnt wohl niemand etwas von dem großen Durcheinander, das diese Paarung verursachen wird. Die Oper eignet sich für Jugendliche ab 13 Jahren. Bis Ende Mai wird sie mehrfach in Hannover aufgeführt.

Von Carina Bahl

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